Apropos
Geisterspiele ohne Pfiff

Fussball, die schöne Nebensache der Welt, können an der EM wieder viele Fans vor Ort im Stadion mitverfolgen. Unser Autor findet das bedingt super.

Roger Rüegger
Roger Rüegger
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Wer erinnert sich an Fussballspiele ohne Zuschauer, obwohl Corona nur ein Bier war? Da war etwa der Champions-League-Match ZSKA Moskau gegen Bayern München in der Saison 2014/15, der vor leeren Rängen stattfinden musste. Die Russen wurden mit vier Geisterspielen bestraft, weil sich einige ihrer Anhänger daneben verhalten haben.

Autor Roger Rüegger.

Autor Roger Rüegger.

Damals kam mir ein Spiel ohne Publikum schräg rein. Inzwischen hat man sich daran gewöhnt. An der EM sind nun wieder Leute in den Stadien. «Stimmung! Super!», dachte ich. Doch bereits nach wenigen Begegnungen vermisse ich die Ruhe, die mich früher so sehr befremdete.

Mir gehen nämlich die Pfiffe der Fans, wenn das gegnerische Team den Ball führt, wahnsinnig auf die Nerven. Bei einigen Partien wars besonders arg. Pfeifkonzerte gehen auch in die Richtung «daneben verhalten», finde ich.

Beim Spiel Niederlange gegen Ukraine waren in Amsterdam wieder Zuschauer im Stadion.

Beim Spiel Niederlange gegen Ukraine waren in Amsterdam wieder Zuschauer im Stadion.

Bild: Dean Mouhtaropoulous / EPA

Deswegen Strafen gegen ihre Mannschaften zu verhängen, würde aber über das Ziel hinausschiessen. Apropos: Die Equipen der pfeifenden Anhänger kassierten deutlich mehr Tore, als sie schossen und verloren. Die Strafen folgten quasi auf dem Fusse.