Wohlen
Angegriffener Grossrat fordert: Betrunkene, die Ärger machen, sollen in die Ausnüchterungszelle

Seit Grossrat Harry Lütolf (Die Mitte) im September 2020 am Wohler Bahnhof von einem Betrunkenen angegriffen wurde, setzt er sich vehement für Ausnüchterungszellen und eine härtere Gangart der Polizei ein. Am Dienstag wird die Motion von ihm und Roland Vogt (SVP) im Grossen Rat eingereicht.

Andrea Weibel
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Lütolf fordert unter anderem, dass alkoholisierte Personen bis zu ihrer Ausnüchterung kostenpflichtig in einer Gefängniszelle inhaftiert werden. Im Bild: Die Ausnüchterungszelle der Stadtpolizei St.Gallen

Lütolf fordert unter anderem, dass alkoholisierte Personen bis zu ihrer Ausnüchterung kostenpflichtig in einer Gefängniszelle inhaftiert werden. Im Bild: Die Ausnüchterungszelle der Stadtpolizei St.Gallen

Urs Bucher

Seit Grossrat Harry Lütolf Ende September 2020 am Wohler Bahnhof von einem Betrunkenen angegriffen worden ist, setzt er sich vehement für einen härteren Umgang der Polizei mit betrunkenen Unruhestiftern ein. Nun wird die entsprechende Motion von ihm und Roland Vogt (SVP), ebenfalls aus Wohlen, an der Grossratssitzung in Spreitenbach eingereicht.

Harry Lütolf engagiert sich vehement für Ausnüchterungszellen.

Harry Lütolf engagiert sich vehement für Ausnüchterungszellen.

Melanie Burgener / Aargauer Zeitung

Sie steht unter dem Titel «konsequentere Inhaftierung von straffälligen, gewalttätigen oder unzumutbaren alkoholisierten respektive berauschten Personen». Ende Januar ging der Motion bereits eine Interpellation zum Thema Ausnüchterungszellen im Aargau voraus.

Ausnüchterung auf eigene Kosten als Prävention

In ihrer Motion fordern die beiden Wohler: «Der Regierungsrat wird aufgefordert, die Praxis der aargauischen Polizeikorps in dem Sinne anpassen zu lassen, dass alkoholisierte oder anderweitig berauschte Personen, welche ein öffentliches Ärgernis erregen oder einen Straftatbestand erfüllen, generell bis zu ihrer Ausnüchterung kostenpflichtig in einer Gefängniszelle inhaftiert oder (polizeilich) überwacht in einem Spital respektive in einer Klinik untergebracht werden.»

Mit ihrem Vorstoss fordern die Motionäre also, dass «alle Betrunkenen respektive anderweitig berauschten Personen, die gewalttätig sind, ein öffentliches Ärgernis erregen oder einen Straftatbestand erfüllen, mindestens bis zu ihrer Ausnüchterung in vorhandenen oder noch zu erstellenden Gefängniszellen vorläufig festgenommen oder in Polizeigewahrsam genommen werden». Falls dies nicht möglich sei, sollten die Personen «konsequent in ein Spital respektive in eine Klinik eingeliefert und (polizeilich) überwacht werden».

Wie derzeit mit solchen Personen umgegangen werde, sei «mangelhaft», schreiben die beiden. «Es darf nicht mehr vorkommen, dass solche Personen ungeschoren davon kommen.» Im Übrigen sind die Motionäre überzeugt, «dass bei einer generellen und konsequenten Inhaftierung der besagten Personen mit einer generalpräventiven Wirkung zu rechnen ist und künftig weniger solche Vorkommnisse zu verzeichnen sind», wie sie schreiben.