Coronavirus
Schweizerischer Fussballverband empfiehlt all seinen 300'000 Mitgliedern die Impfung – Nati hat hohe Impfquote

Alle 1400 Fussballvereine der Schweiz erhalten Post vom Schweizerischen Fussballverband: Dieser spricht am 1. September eine offizielle Impfempfehlung aus.

Martin Messmer
Drucken
Teilen
Der SC Cham in einem Spiel gegen den FC Zürich II: Zwei von 1400 Fussballvereinen mit total 300'000 Fussballerinnen und Fussballern, denen der Schweizerischen Fussballverband die Impfung gegen Corona empfiehlt.

Der SC Cham in einem Spiel gegen den FC Zürich II: Zwei von 1400 Fussballvereinen mit total 300'000 Fussballerinnen und Fussballern, denen der Schweizerischen Fussballverband die Impfung gegen Corona empfiehlt.

Bild Christian Herbert Hildebrand (Cham,
21.08.2021)

Am Tag, an dem der neue Nati-Trainer Murat Yakin erstmals bei einem Spiel seines Teams an der Seitenlinie steht, wendet sich der Schweizerische Fussballverband SFV mit einem offiziellen Schreiben an alle Fussballerinnen und Fussballer im Lande: «Der SFV hat heute eine Impfempfehlung an seine rund 1400 Clubs und mehr als 300'000 Mitglieder ausgesprochen. Dabei ruft der Verband Spielerinnen und Spieler, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Trainerinnen und Trainer, Funktionäre und Freiwillige auf, sich gegen Covid impfen zu lassen», heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

SFV-Präsident appelliert an die Fussballschweiz

Dominique Blanc, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes.

Dominique Blanc, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes.

Bild: Keystone (Muri BE, 9.8.2021)

SFV-Präsident Dominique Blanc begründet die offizielle die Impfempfehlung so:

«Wir wollen aktiv dazu beitragen, das Virus einzudämmen. Es ist uns seitens des SFV ein grosses Anliegen, dass möglichst wenige Personen in unseren Vereinen mit dem Virus in Kontakt kommen und sich und andere infizieren. Isolation und Quarantäne haben immer auch Auswirkungen auf das Privat- und das Berufsleben der betroffenen Personen und natürlich auch auf den Spiel- und Trainingsbetrieb in all unseren Ligen und Regionen.»

Die Innerschweizer und der Ostschweizer Fussballverbände haben bereits reagiert und weisen auf ihren Homepages ebenfalls auf die Empfehlung des nationalen Dachverbandes hin. Im Schreiben, dass der SFV an die hunderten Vereine schickt, heisst es etwa: «Corona beeinträchtigt uns leider noch immer. Neue Varianten des Virus sorgen erneut für steigende Zahlen von Infizierten und drohen unser Zusammenleben und die gemeinsame Ausübung unseres geliebten Fussballspiels zu gefährden.

Deshalb empfehlen wir allen Spielerinnen und Spielern, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, Trainerinnen und Trainern, den Vereinsverantwortlichen und Funktionären sowie den freiwilligen Helferinnen und Helfern in unseren Vereinen, den Empfehlungen des Bundes zu folgen und sich impfen zu lassen.» Damit helfe man auch seinen Mitspielerinnen und Mitspielern und «uns allen, den Spielbetrieb während der neuen Saison aufrecht zu erhalten».

«Lasst Euch impfen!»

Weiter wird im Schreiben jener Aspekt betont, den auch Bundesrat Berset immer wieder predigt: «Jede geimpfte Person trägt dazu bei, dass weniger Personen krank werden und in Isolation oder in Quarantäne müssen. Isolation und Quarantäne haben immer auch Auswirkungen auf das Privat- und das Berufsleben der betroffenen Personen und natürlich auch auf den Spiel- und Trainingsbetrieb.»

Es sei dem SFV ein grosses Anliegen, dass möglichst wenige Personen in den vielen Vereinen mit dem Virus in Kontakt kommen und sich und andere infizieren. Am Schluss des Briefes wiederholt der SFV seine Empfehlung nochmals: «Lasst Euch impfen - tragt dazu bei, die Verbreitung des Virus einzuschränken und damit den Spielbetrieb in allen Ligen und in allen Regionen unseres Landes bestmöglich aufrechtzuerhalten!»

Dass Corona im Fussballbetrieb Folgen haben kann, wurde zum Beispiel kürzlich beim Parlamentarier-Turnier in Emmenbrücke LU deutlich, an dem 210 Politikerinnen und Politiker aus 20 Kantonen teilnahmen: Weil im Zuger Team eine Person positiv auf Corona getestet wurde, mussten mehrere Personen in Quarantäne – auch ein Regierungsrat.

Die Impfempfehlung des SFV gilt auch für die Nati-Stars

Das Datum der Veröffentlichung der offiziellen Impfempfehlung des SFV am Tag eines Natispiels, die Schweiz testet am Mittwochabend gegen Griechenland, sei nicht bewusst gewählt, sagt Nati-Sprecher Adrian Arnold auf Anfrage von CH Media. Aber wenn es die Aufmerksamkeit aufs Anliegen verstärke, weil der Schweizer Fussball und der SFV an diesem Tag sowieso besonders im Fokus stehen, «dann ist das natürlich umso besser», so Arnold.

Jeder Natispieler solle persönlich entscheiden können, ob er sich impfen lassen will oder nicht, sagt SFV-Medienchef Adrian Arnold.

Jeder Natispieler solle persönlich entscheiden können, ob er sich impfen lassen will oder nicht, sagt SFV-Medienchef Adrian Arnold.

Keystone

Die Impfempfehlung des Verbandes gilt übrigens auch für die Nati-Stars wie Xhaka, Sommer oder Embolo: «Ja, dem ist so, wir empfehlen die Impfung wirklich allen», bestätigt Arnold die entsprechende Frage, aber auch für die Natistars gelte, dass es «eine sehr persönliche Entscheiden sei, ob man sich impfen lasse oder nicht». An der Euro schon sei die Durchimpfungsrate im gesamten Staff und im Team jedoch hoch gewesen, sagte Arnold weiter.

Aktuelle Nachrichten