Notenbanken

US-Notenbank Fed senkt Leitzinsen wegen Corona-Pandemie drastisch

Die US-Notenbank hat am Sonntag erneut überraschend die Leitzinsen gesenkt. (Symbolbild)

Die US-Notenbank hat am Sonntag erneut überraschend die Leitzinsen gesenkt. (Symbolbild)

Die US-Notenbank Federal Reserve Bank hat die Leitzinsen wegen der Folgen des Coronavirus überraschend zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen gesenkt. Die neue Spanne liegt bei null bis 0,25 Prozent - einen Prozentpunkt niedriger als bisher.

Dies teilte die US-Notenbank am Sonntagabend überraschend mit. Sie will die US-Wirtschaft damit vor den Folgen der Coronavirus-Pandemie schützen.

"Die Auswirkungen des Coronavirus werden die wirtschaftliche Aktivität kurzfristig belasten und ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung bedeuten", begründete die Fed den Schritt. Die neue Spanne werde so lange auf diesem Niveau bleiben, bis die Wirtschaft die jüngsten Entwicklungen überstanden habe und wieder auf Kurs sei, ihre Ziele für Beschäftigung und Preisstabilität zu erreichen.

Die Pandemie habe "die Wirtschaftsaktivitäten in zahlreichen Ländern gestört, unter ihnen die USA", teilte der Offenmarktausschuss der Fed weiter mit.

Trump jubelt

Zuletzt hatte das Fed die Leitzinsen am 3. März um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Es war die erste Zinssenkung seit der Finanzkrise 2008 ausserhalb eines regulären Treffens ihrer Mitglieder. Die nächste Sitzung steht am Dienstag und Mittwoch an.

US-Präsident Donald Trump gratulierte umgehend der Fed zu ihrer neuen Zinsentscheidung. Dies seien "fabelhafte Neuigkeiten", sagte Trump im Weissen Haus. "Das habe ich nicht erwartet. Und ich mag es, überrascht zu werden." Trump hatte die US-Notenbank am Samstag noch kritisiert. Die Fed gehe angesichts der Coronavirus-Krise nicht aggressiv genug vor, hatte der US-Präsident bemängelt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und weitere grosse Notenbanken wollen angesichts der globalen Coronavirus-Krise zudem in einer koordinierten Aktion die Versorgung mit günstigen Dollar-Krediten sicherstellen. Die EZB, die US-Notenbank, die kanadische Notenbank, die Bank von England, Japans Notenbank, sowie die Schweizerische Nationalbank SNB wollen dazu bestehende US-Dollar-Devisentauschabkommen nutzen, wie die EZB und die SNB am späten Sonntagabend ankündigten.

Günstige Konditionen

Die sechs Notenbanken vereinbarten, zusätzlich zu bereits angebotenen Kreditgeschäften mit einwöchiger Laufzeit nun auch wöchentlich die Weltleitwährung mit einer Laufzeit von 84 Tagen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich anzubieten. Zudem sollen die Preise bei den bestehenden Dollar-Devisentauschabkommen um 25 Basispunkte gesenkt werden.

"Die neuen Preiskonditionen und Laufzeitangebote werden solange wie nötig in Kraft bleiben, um das reibungslose Funktionieren der US-Dollar-Finanzierungsmärkte zu stützen", erklärte die EZB. Die Veränderungen sollen mit den nächsten geplanten Geschäften in der Woche ab dem 16. März in Kraft treten. Mit dem Schritt wollen die sechs Notenbanken erreichen, das Banken und Unternehmen zu günstigen Konditionen an Dollar gelangen. Der Kurs der US-Währung war in den vergangenen Wochen im Zuge der Viruskrise kräftig gestiegen. Die Vereinbarung soll laut EZB zum Abbau von Anspannungen auf den globalen Finanzierungsmärkten beitragen. Negative Folgen für die Kreditversorgung von Haushalten und Firmen im In- und Ausland sollen gemildert werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1