UBS-Strategie

UBS-Strategie gesucht

Richtungsweisend: Finanzminister Hans-Rudolf Merz und UBS-Präsident Villiger in Bern.

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Richtungsweisend: Finanzminister Hans-Rudolf Merz und UBS-Präsident Villiger in Bern.

Nach seinem Milliarden- Engagement bei der UBS arbeitet der Bund an einer Ausstiegsstrategie. Finanzminister Merz und UBS-Präsident Villiger orientierten gestern Parlamentarier.

Von Hans-Peter Wäfler

Das Treffen mit der Finanzkommission des Nationalrats dauerte bis zum frühen Abend. Seit der Bund im vergangenen Herbst 6 Mrd. Franken in eine Wandelanleihe der UBS investierte, um die Bank zu retten, informiert er regelmässig die Finanzpolitiker. Doch das gestrige Treffen wurde mit besonderer Spannung erwartet. Erstmals mit dabei war der neue UBS-Präsident Kaspar Villiger. Und der Zeitpunkt rückt näher, an dem der Bund beginnen kann, die UBS-Anleihe in Aktien umzuwandeln und zu verkaufen. Ab dem 9. Juni wäre das möglich.

Der Entscheid liegt beim Gesamtbundesrat. Gefallen ist er noch nicht. Villiger war gestern Abend denn auch nicht mehr dabei, als Bundespräsident Merz zusammen mit Eugen Haltiner, Präsident der Finanzmarktaufsicht, die Finanzpolitiker des Nationalrats über den Stand der Dinge informierte.

Abhängig vom Markt

Das Finanzdepartement erklärte gestern, es müsse die beste Ausstiegsstrategie sowohl für die UBS als auch für den Bund gefunden werden. Diese werde auch von den Bedingungen des Marktes abhängen. Der Bund will mindestens die investierten 6 Milliarden Franken zurück. Gemäss «NZZ» ist die UBS-Wandelanleihe so ausgestaltet, dass der Bund seinen Einsatz wieder bekäme, wenn er UBS-Aktien bei einem Preis von Fr. 12.50 verkaufen würde - eingerechnet Zinserträge von 12,5 Prozent auf der Anleihe bis im Juni. Gestern schloss die UBS-Aktie bei Fr. 15.15 (+4 Prozent).

Die Anleihe bald in Aktien zu wandeln, ist aber nur eine Option für den Bund. Er könnte auch versuchen, Teile der UBS-Wandelanleihe zu verkaufen. Das gilt aber als schwieriger, weil diese in Tranchen von 100 Millionen Franken aufgeteilt ist. Der Bund könnte auch bis Juni 2011 zuwarten: Dann würde die Anleihe automatisch in Aktien gewandelt - und der Bund zum Grossaktionär der Bank. Das will er erklärtermassen nicht. Dem Vernehmen nach unterstrich dies Merz gestern vor der Finanzkommission.

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