Fusion

Trotz allen Werbens: Syngenta zeigt Monsanto weiterhin die kalte Schulter

Monsanto-Konzernchef Hugh Grant weibelt noch immer für eine Fusion mit Syngenta. (Archiv)

Monsanto-Konzernchef Hugh Grant weibelt noch immer für eine Fusion mit Syngenta. (Archiv)

Gespräche über ein allfälliges Zusammengehen der beiden Konzerne gestalten sich «schwierig», sagte der Monsanto-Konzernchef. Er weibelt aber weiter dafür.

Die Konsolidierungswelle im Agribusiness macht auch vor dem Marktführer nicht halt. Am Mittwoch hat Monsanto-Konzernchef Hugh Grant ein neuerliches Sparprogramm vorgestellt. Demnach wird das in St. Louis (Missouri) domizilierte Unternehmen noch einmal 1000 Stellen streichen. Im Oktober des vorigen Jahres hatte Monsanto bereits bekannt gegeben, in den nächsten drei Jahren 2600 von weltweit rund 22 500 Vollzeit-Arbeitsplätzen (Stand: 31. August 2015) abzubauen.

Die Kosten des Restrukturierungsprogramms steigen damit von rund 850 Millionen Dollar auf bis zu 1,2 Milliarden Dollar. Hugh Grant begründete diesen Schritt mit der anhaltenden Stärke des amerikanischen Dollars, der Exporte verteuert, und mit der schwächelnden Nachfrage nach Monsanto-Produkten. Im abgelaufenen Quartal – das die Monate September, Oktober und November umfasst und in der Monsanto-Buchhaltung als 1. Quartal des Fiskaljahres 2016 fungiert – schrumpfte der Konzern-Umsatz um 23 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Sparen kostet zunächst Geld

Aufgrund der Kosten des Restrukturierungsprogramms wies Monsanto einen Quartalsverlust von 253 Millionen Dollar aus. Im Vorjahr hatte der Konzern während der Herbstmonate noch einen Gewinn von 243 Millionen Dollar ausgewiesen.

Monsanto sieht sich nach der angekündigten Fusion von Dow Chemical und DuPont, die zusammen einen neuen Marktführer im Geschäft mit Saatgut gründen wollen, unter Druck, wie Konzernchef Grant am Mittwoch im Gespräch mit Analysten einräumte.

«Signifikante Vorteile»

Er nutzte die Gelegenheit, um erneut die Werbetrommel für ein Zusammengehen mit dem Schweizer Konkurrenten Syngenta zu rühren. Seiner Meinung nach, sagte Grant, seien die Vorzüge einer solchen Hochzeit immer noch «signifikant».

Syngenta ist da anderer Meinung. Im vorigen Jahr zeigte das Basler Unternehmen den Amerikanern die kalte Schulter und wies ein Übernahmeangebot als unzureichend zurück. Seither wechselte Syngenta freilich die Führungsriege aus. Und John Ramsay, der temporär amtierende Geschäftsführer, sagte dem Wirtschaftsblatt «Wall Street Journal» im Dezember, dass sein Unternehmen für Gespräche über Fusionen offen sei. Explizit erwähnte Ramsay dabei auch Monsanto.

Konzernchef Hugh Grant sagte am Mittwoch aber, von dieser neuen Gesprächsbereitschaft sei in der Praxis wenig zu spüren. «An dieser Front haben wir bisher keine grossen Fortschritte gesehen», sagte er. Und weiter: «Ich würde sagen, dass dieser Dialog schwierig ist.»

Details über Gespräche oder Verhandlungen verriet der seit 2003 amtierende Konzernchef keine.

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