Tourismus
Parmelin plant New-York-Trip – und die ganze Reiseindustrie hofft auf eine Öffnung der USA für geimpfte Passagiere

Der Bundespräsident will kommende Woche an der UNO-Generalversammlung teilnehmen. Mit im Gepäck: Die Hoffnungen und Sorgen von Swiss, Globetrotter und Co., die dem Wirtschaftsminister eine Forderung mit auf den Weg geben.

Benjamin Weinmann
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Bundespräsident Guy Parmelin ist der Hoffnungsträger der Schweizer Reiseindustrie.

Bundespräsident Guy Parmelin ist der Hoffnungsträger der Schweizer Reiseindustrie.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Gerüchte gab es in der Schweizer Reiseindustrie schon länger zu hören: Bundespräsident Guy Parmelin würde demnächst in die USA reisen. Dass diese Möglichkeit für Aufregung in der Branche sorgt, ist verständlich. Denn die USA gehören zu den wichtigsten Reisezielen der Schweizerinnen und Schweizer. Doch seit eineinhalb Jahren ist das Land für Nicht-Amerikaner praktisch zu.

Aus der Möglichkeit ist nun ein Plan geworden: «Ich kann bestätigen, dass Bundespräsident Guy Parmelin plant, vom 20. bis 22. September an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilzunehmen», sagt Markus Spörndli, Sprecher von Parmelins Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung, auf Anfrage. Zudem werde der Wirtschaftsminister auch an der «UN High Level Week» partizipieren.

Der Globetrotter-Chef hofft

Laut Spörndli sind derzeit keine bilateralen Treffen mit US-Regierungsvertretern geplant. Doch genau darauf hofft die Schweizer Reiseindustrie. Denn tatsächlich sind an solchen Anlässen oftmals informelle Treffen möglich.

Globetrotter-Chef André Lüthi hat Erwartungen an die USA-Reise von Bundespräsident Parmelin.

Globetrotter-Chef André Lüthi hat Erwartungen an die USA-Reise von Bundespräsident Parmelin.

Nadia Schärli

André Lüthi, Chef der Reisefirma Globetrotter, hat denn auch Erwartungen: «Ich hoffe sehr, dass Bundesrat Parmelin seinen Aufenthalt in New York auch dazu nutzt, um gegenüber den USA die Anliegen der Tourismusbranche zur Sprache zu bringen.» Die Schweizer Reiseindustrie sei dringend auf eine Öffnung der USA angewiesen, zumindest für Geimpfte, so wie dies seit kurzem für Reisen nach Kanada möglich sei.

Kommt der Impf-Korridor Schweiz-USA?

In der Branche gehen viele davon aus, dass die USA in erster Linie wohl eine Lösung mit dem ganzen Schengen-Raum anpeilen würden. Aber: «Auch ein sogenannter Impfkorridor Schweiz-USA für geimpfte Reisende wäre eine Option, so wie zwischen Deutschland und Singapur», sagt Lüthi, der zudem Leiter Politik des Schweizer Reiseverbandes ist und mit dem Bundesrat in den vergangenen Monaten über die Härtefallhilfe erfolgreich verhandelt hat. Der Berner Reiseunternehmer verweist darauf, dass US-Amerikaner schliesslich schon seit einiger Zeit wieder in die Schweiz reisen dürften, wenn sie geimpft oder getestet sind.

Erst vor kurzem hatte sich die Swiss gegenüber CH Media ebenfalls für bilaterale Lösungen mit Flügen mit nur geimpften Passagieren ausgesprochen. Im Fachjargon ist von so genannten «Vaccinated Travel Flights» die Rede. «Wir sind an solchen Kooperationen durchaus interessiert und wir stehen hierfür in stetem Austausch mit den Behörden», sagt ein Swiss-Sprecher auf Anfrage.

Branche wird Parmelin kontaktieren

«Wir werden im Namen des Reiseverbands Bundesrat Parmelin vor seiner USA-Reise nochmals auf unsere Anliegen aufmerksam machen», kündigt Lüthi an. Und Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott sagt im Hinblick auf die Bundesratsreise, man beobachte die Entwicklung der Lage genau und stehe im Austausch mit den schweizerischen und den US-Behörden. Und: «Nordamerika stellt das wichtigste Verkehrsgebiet für uns dar. Eine weitere Öffnung – ganz gleich in welcher Form - würden wir daher sehr begrüssen.»

Swiss-Chef Dieter Vranckx hofft auf eine rasche Öffnung der Feriendestination USA.

Swiss-Chef Dieter Vranckx hofft auf eine rasche Öffnung der Feriendestination USA.

Keystone

SVP-Bundesrat Parmelin ist seit längerem der Hoffnungsträger der hiesigen Branche. So kam es Mitte April am Flughafen Zürich zu einem Spitzentreffen Parmelins mit einer Allianz der Reise- und Tourismusindustrie, unter anderem mit Swiss-Chef Dieter Vranckx und Flughafen-Chef Stephan Widrig.

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