Wirtschaft

Tiefste Arbeitslosenquote seit 20 Jahren – trotz bescheidenem Wirtschaftswachstum

Das SECO vermeldet am Freitag die Arbeitslosenzahlen des vergangenen Jahres.

Das SECO vermeldet am Freitag die Arbeitslosenzahlen des vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote lag 2019 im Durchschnitt bei 2.3 Prozent und ist damit so tief 2002. Der guten Nachricht zum Trotz kritisieren Arbeitnehmervertreter, gerade für Ältere bleibe die Lage angespannt.

(gb.) Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat am Freitag die Arbeitslosenzahlen für Dezember und das vergangene Jahr publiziert. In der ersten Jahreshälfte 2019 haben die Arbeitslosenzahlen demnach markant abgenommen. Im September dann fiel die Anzahl der Arbeitslosen gar erstmals seit zehn Jahren wieder knapp unter die Marke von 100'000. Dies alles «trotz verhaltenem Wirtschaftswachstum», wie das Seco analysiert. Das lässt laut dem Kompetenzzentrum des Bundes für Wirtschaftspolitik nur einen Schluss zu: «Dass sich der Schweizer Arbeitsmarkt in einer guten Verfassung befinde.»

Aus saisonalen Gründen war dann ab Oktober zwar wieder ein Anstieg der Zahl der Arbeitslosen zu beobachten. Für Dezember meldet das Seco am Freitag denn auch einen Anstieg um 2 Prozentpunkte gegenüber November 2019. Der Jahresendwert von 117’277 Arbeitslosen liege aber noch immer auf einem Mehrjahrestief, das mit den Jahren 2018 und 2008 vergleichbar sei.

Gleichzeitig hielt im letzten Jahr laut Seco auch der seit 2016 stete Abwärtstrend bei der Arbeitslosenquote weiter an. Der Jahresdurchschnitt für 2019 liegt demnach bei 2.3 Prozent. Im Vorjahr hatte die Arbeitslosenquote noch bei 2.5 Prozent gelegen.

Junge holen auf, für Ältere bleibt die Situation kritisch

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft schreibt, sind immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos. In der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit von 2.5 Prozent im Jahr 2018 im letzten Jahr auf 2.2 Prozent gesunken. Betrachtet man die Jahresdurchschnittswerte für die älteren Arbeitnehmenden (50 bis 64 Jahre) bestätigt sich der Abwärtstrend auch für diese Altersgruppe. Hier sank der Durchschnitt von 2.4 Prozent auf 2.2 Prozent.

Travail Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sieht die älteste Gruppe allerdings noch immer in einer schwierigen Situation. Die Zahl der 50- bis 64-jährigen Arbeitslosen sei im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0.2 Prozent gestiegen, hält der Verband in einer Mitteilung fest. «Es zeigt sich einmal mehr, dass die älteren Arbeitnehmenden in der aktuell guten wirtschaftlichen Lage mehr Mühe auf dem Arbeitsmarkt bekunden», lässt sich Adrian Wüthrich, der Präsident von Travail Suisse, in der Mitteilung zitieren. Auch bei den Aussteuerungen sowie bei der Sozialhilfe steige der Anteil der 55- bis 64-Jährigen seit zehn Jahren.

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