Wiedlisbach
Teuer oder günstig - nicht mittendrin

Vorausgesetzt, die Wiedlisbacher Burger sagen am 19. Mai Ja zum Projekt Brüggbach, werden sie Besitzer von neun Mietwohnungen.

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Teuer oder günstig - nicht mittendrin

Teuer oder günstig - nicht mittendrin

az Langenthaler Tagblatt

Kurt Nützi

Als erstes wandte sich Burgerrat Hanspeter Schmitz an der Wiedlisbacher Burgerversammlung an die 43 anwesenden Stimmberechtigten und sagte: «Wir Burger haben uns stets für nachhaltige und soziale Projekte in Wiedlisbach eingesetzt.» Das Kapital, das vor allem aus dem Kiesabbau in die Burgerkasse fliesse, müsse sicher, Ertrag bringend sowie Steuer optimierend investiert werden. «Somit können wir in der jetzigen Krisenzeit mit unserer Investition einen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Förderung des einheimischen Gewerbes leisten», sagte Schmitz.

Anschliessend stellte der 27-jährige einheimische Architekt Pascal Steiner sein bisher grösstes Projekt vor: den Umbau und die Erweiterung der Coop-Filiale, den Neubau der Einstellhalle mit den 88 Parkplätzen sowie das Mehrfamilienhaus. Beim Projekt Brüggbach sind mehrere Parteien beteiligt. Nachdem Coop und die Gemeinde Wiedlisbach über den geplanten Neubau in der «Erzelen», im Westen von Wiedlisbach, nicht handelseinig wurden, ergriff das Investorenpaar Ursula und Jörg Huggenberger die Initiative.

Nebst ihm sind auch die Einwohnergemeinde - sie kauft 50 Autoabstellplätze in der Einstellhalle - und die Burgergemeinde mit ihrem Wohnblock und den zwölf dazugehörenden Parkplätzen ins Projekt involviert. Die gesamte Bauzeit des «Projektes Brüggbach» beträgt zwei Jahre und kostet 5,1 Millionen Franken. 30 Prozent davon finanziert die Burgergemeinde selber, 70 Prozent sind fremdfinanziert - wegen der günstigen
Hypothekarzinssituation, wie es hiess.

Die Wohnungsmieten würden zwischen 1600 und 2100 Franken pendeln. In der Diskussion fragte jemand, ob die Mietpreise für Wiedlisbach nicht überhöht seien. Architekt Steiner antwortete, dass in Wiedlisbach das mittlere Preissegment nicht gefragt sei. «Also entweder hoch oder tief.» Eine weitere Frage war, weshalb die Burgergemeinde als Waldbesitzer kein Holzdach, sondern ein Flachdach bauen liesse. Steiner begründete dies damit, dass sich neue Bauten vom Städtlicharakter abheben sollen.

Rechnung mit Gewinn

Patrick Hofer, Burgerkassier, stellte dem Plenum einen «sehr erfreulichen Rechnungsabschluss 2008» vor. Bei einem Aufwand von 392 000 Franken und einem Ertrag von 937 000 Franken resultierte ein Gewinn von 545 000 Franken. Diesen Gewinn will man nun teilweise ins Projekt Brüggbach investieren.

Der Verkauf von Kies an die Marti AG brachte 597 000 Franken ein. Auch der Erlös aus dem Holzverkauf übertraf die Erwartungen des Burgerrats. Im Jahr 2008 wurden keine Investitionen getätigt. Das Finanzvermögen nahm somit um knapp 20 Prozent auf 3,275 Millionen Franken zu.
Der überarbeitete und verbesserte Kiesabbauvertrag mit der Marti AG wurde einstimmig genehmigt. Darüber, wie mit künftigen Einbürgerungsgesuchen strategisch umgegangen werden müsse, hatte die Mehrheit der Anwesenden eine klare Meinung: «Wir haben in Wiedlisbach genügend Burger.» Der Burgerrat solle bei Gesuchen Zurückhaltung ausüben und das bestehende Reglement anwenden.