Agrobusiness
Syngenta: Neue Kooperation, neues Gerücht

Der Agrokonzern Syngenta ist immer wieder für eine Übernahmespekulation gut. Das jüngste Gerücht: Syngenta soll mit dem US-Chemiekonzern Dupont erste Sondierungsgespräche über eine mögliche Fusion führen.

Stefan Schuppli
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Syngenta-Hauptsitz in Basel. ken

Syngenta-Hauptsitz in Basel. ken

Kenneth Nars

Erwogen werde ein Zusammengehen mit der Agrarsparte der Du Pont, berichtet das «Wall Street Journal» mit Verweis auf Insider. Syngenta nimmt dazu keine Stellung.

Dass Du Pont strategische Optionen für das Agrargeschäft prüft, ist kein Geheimnis. Nachdem Konzernchefin Ellen Kullmann Mitte Oktober auf Druck der Aktionäre zurückgetreten ist, könnte sich nun bald etwas bewegen.

Ähnliches geschah fast gleichzeitig bei Syngenta, deren Chef Mike Mack, gehen musste. Auch bei Syngenta machen Aktionäre Druck, auch hier erhoffen sie sich «Bewegung».

Aktie steigt

Die Syngenta-Aktie stieg gestern denn auch um 4,5 Prozent auf 353 Franken.

Du Ponts Agrarsparte hat letztes Jahr 11,3 Milliarden Dollar Umsatz und 2,4 Milliarden Dollar operativen Betriebsgewinn erwirtschaftet. Zum Vergleich: Syngenta kam auf 15 Milliarden Dollar Einnahmen und einen Betriebsgewinn von 2,1 Milliarden Dollar.

Parallel befinde sich Du Pont auch in Gesprächen mit Dow Chemikal, das einen Verkauf seiner Dünger- und Pestizidsparte auslote. Die Gespräche zwischen den Unternehmen seien allerdings noch in einer frühen Phase und könnten durchaus ergebnislos bleiben, heisst es im Bericht der Zeitung.

Gesichert hingegen ist, dass Syngenta mit der niederländischen DSM auf dem Gebiet des biologischen Pflanzenschutzes zusammenarbeiten werde, zumindest im Bereich Forschung und Entwicklung. Das teilten die beiden Firmen gestern mit. Einen neuen Betrieb «per se» entstehe nicht. Die Zusammenarbeit sei viel eher eine «Forschungsplattform», jeweils in den Niederlanden und der Schweiz, sagte ein Syngenta-Sprecher.

Auf Mikrobenbasis

Auf Basis von Mikroben sollen «Lösungen» für die Landwirtschaft entwickelt werden. Dazu gehören zum Beispiel biologische Pflanzenschutzmittel und Biostimulanzien, die das biologische Bodenleben fördern. Die beiden Unternehmen planen, die Resultate ihrer Forschungsplattform gemeinsam zu vermarkten.

Ziel der Zusammenarbeit sei es, das Angebot an Produkten, die auf in der Natur vorkommenden Mikroorganismen basieren, für die Anwendung vor und nach der Ernte weltweit zu erweitern. Mikroorganismen können Nutzpflanzen vor Schädlingen und Krankheiten schützen, Resistenzen bekämpfen und die Produktivität und Fruchtbarkeit der Pflanzen steigern.

Es wird erwartet, dass der Markt für biologische Methoden in den nächsten 10 Jahren im zweistelligen Bereich wachsen wird und in 15 Jahren zehn Prozent des globalen Marktes für Pflanzenschutzmittel repräsentieren könnte.

Syngenta werde ihr Know-how über Agraranwendungen und Pflanzenbiotechnologie sowie ihren weltweiten Marktzugang und ihre kommerzielle Stärke einbringen.

DSM ergänze dies mit ihrer einzigartigen Mikroben-Datenbank, ihrer Forschungsplattform und ihrer langen Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung mikrobieller Produkte. Syngenta werde ausserdem die Auswahl der relevanten Mikroorganismen mit einem eigenen Forschungs- und Entwicklungsprogramm unterstützen.

Trish Malarkey, Leiter Forschung und Entwicklung bei Syngenta, zu der Kooperation: «Neue Lösungen auf Basis von Mikroben werden dazu beitragen, der Herausforderung zu begegnen, mit weniger Ressourcen mehr Nahrungsmittel zu produzieren. Landwirte, Konsumenten, aber auch die Umwelt und die Gesellschaft werden davon profitieren.»