Schaffner AG
Starkes Wachstum führt beim Umsatz zu einem Rekordjahr

Die Generalversammlung der Luterbacher Schaffner Holding AG ist den Anträgen des Verwaltungsrats gefolgt. Sie hat auch eine Statutenänderung für die Vergütungen genehmigt. Laut VR-Präsident Urs Kaufmann ist das System nun einfacher und transparenter.

Urs Byland
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In Luterbach entsteht der neue Hauptsitz mit Forschungs- und Entwicklungsabteilung für die Schaffner Gruppe.

In Luterbach entsteht der neue Hauptsitz mit Forschungs- und Entwicklungsabteilung für die Schaffner Gruppe.

Urs Byland

An der Generalversammlung der Schaffner Holding AG aus Luterbach wurden alle Anträge des Verwaltungsrats klar bestätigt. In den Abstimmungen der 187 anwesenden Aktionäre im Solothurner Landhaus bewegte sich der Ja-Anteil meist im Bereich zwischen 99 und 100 Prozent.

Die Aktionäre konnten auf das bisher erfolgreichste Geschäftsjahr der Firma zurückblicken. Verwaltungsratspräsident Urs Kaufmann sprach von deutlichen Fortschritten in allen drei Produktionsbereichen und einem zweistelligen Wachstum (13,2 Prozent über Vorjahr). Mit 220 Mio. Franken wurde der höchste Umsatz in der Firmengeschichte erzielt. Dabei war das Wachstum im stärksten Bereich Elektromagnetische Verträglichkeit (Electromagnetic Compatibility, EMC) mit 18 Prozent auf 115,9 Mio. Franken auch am höchsten. Der Bereich Automotive (AM) legte um 3,5 Prozent auf 49 Mio. Franken Umsatz zu. Auch der Bereich Leistungsmagnetismus (Power Magnetics, PM) wuchs um 13 Prozent auf 56,6 Mio. Franken. Hier wurde aber die Gewinnschwelle in der laufenden Restrukturierung (siehe Kurzinterview) noch nicht erreicht. Laut Kaufmann soll der Turnaround in diesem Jahr erfolgen und auch hier die Gewinnschwelle erreicht werden.

Die Aktionäre genehmigten eine Dividende von 6.50 Franken je Aktie. 44 Prozent des Konzerngewinns fliessen in die Dividendenausschüttung. Im Rahmen einer nicht bindenden Konsultativabstimmung haben die Aktionäre zustimmend vom Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2017/18 Kenntnis genommen.

Statuten geändert

Bei der Festlegung der Vergütung des Verwaltungsrats bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung genehmigte die Generalversammlung für den fünfköpfigen Verwaltungsrat einen maximalen Gesamtbetrag von 600 000 Franken. Für die Vergütung der Geschäftsleitung, bestehend aus einem CEO und fünf weiteren Mitgliedern, im Geschäftsjahr 2019/20 wurde ein maximaler Betrag von insgesamt 4 Mio. Franken festgelegt.

Die Aktionäre haben weiter zugestimmt, das bedingte Aktienkapital der Schaffner Holding AG abzuschaffen und die Statuten im Zusammenhang mit der Vergütung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung zu ändern. Laut Urs Kaufmann sollen die Vergütungen künftig einfacher und transparenter festgelegt werden. Sie bestehen künftig aus einer fixen, monatlichen Vergütung sowie einem variablen Anteil entsprechend der Erreichung der Jahresziele in Form einer Vergütung und von gesperrten Aktien.

Neues Gebäude für den Hauptsitz

Urs Kaufmann ist als Mitglied und Präsident des Verwaltungsrats wiedergewählt worden; auch die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats Phillipp Buhofer, Gerhard Pegam, Suzanne Thoma und Georg Wechsler wurden für den gleichen Zeitraum bestätigt. Sie dirigieren einen Konzern mit bald 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der ganzen Welt. In diesem Jahr sollen der neue Hauptsitz in Luterbach sowie eine neue Fabrik in Thailand eingeweiht werden können.

Fragen an Marc Aeschlimann, Direktor der Geschäftsleitung der Schaffner AG

Marc Aeschlimann, die Schaffner AG ist in drei Bereichen tätig. Wie würden Sie diese beschreiben?

Im Bereich EMC bauen wir Filter, um Störungen aus elektronischen Systemen herauszufiltern und so einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Sie kommen zum Einsatz in Maschinen, Robotern, in der Medizinaltechnik oder beispielsweise auch im Handy, aber nicht von uns. Im Bereich Automotive haben wir zwei Bereiche. Einerseits sind das Antennen für schlüssellose Zugangssysteme in Fahrzeugen etwa. Der zweite Bereich sind ebenfalls Filter, wie im EMC-Bereich, die aber in Fahrzeugen wie Elektromobilen eingebaut werden, die auch Störungen eliminieren und sicherstellen, dass das Fahrzeug fehlerfrei funktioniert.

Wie stark sind Sie im Markt aktiv?

Wir haben in allen Bereichen, in denen wir tätig sind, Konkurrenz. Im Bereich EMC sind wir Weltmarktführer mit einem Anteil von 25 bis 30 Prozent. Hier sind wir die einzigen, die in allen relevanten Regionen gut vertreten sind.

Wie an der Generalversammlung zu hören war, bereitete der Bereich Power Magnetics Probleme?

Genau. Power Magnetics ist in Bereichen mit grösseren Produkte wie Drosseln und Spulen tätig. Dabei werden Systeme unterstützt in Lokomotiven oder auch bei grossen Klimaanlagen.

Wo liegt die Problematik?

Wir haben hier einen Umsatz von etwa 50 Mio. Franken. Der Weltmarkt ist aber viel grösser und sehr fragmentiert. Die Probleme haben historische Gründe. Wir waren stark im Öl- und Gasbereich, wo die Preise aber extrem eingebrochen sind. Dann hatten wir auch einen Grosskunden im Bahnbereich, der nach Russland lieferte und über Nacht, aufgrund von Sanktionen, nicht mehr liefern konnte. Aus diesen Gründen haben wir Fabriken zusammengelegt, neue Kunden und neue Geschäftsbereiche gesucht und die Effizienz in den Fabriken gesteigert. Das ist ein längerer Prozess.

In Thailand brannte eine Fabrik. Wie verkraften Sie den Ausfall?

Das war am 30. Dezember 2017. Unsere Fabrik in Thailand, in der wir Automobilteile herstellen, brannte. Das ist in dieser Branche natürlich sehr kritisch, weil wir die Lieferungen von Teilen für die Bänder, an denen die Fahrzeuge zusammengebaut werden, garantieren müssen. Das ist uns gelungen. Das lokale Management hat es geschafft, innerhalb von acht Wochen die gesamte Produktion in einem gemieteten Gebäude wieder aufzubauen. Das war eine Superleistung und hat trotz der schwierigen Situation zu keinen negativen Folgen für unsere Kunden geführt. (uby)

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