Die SRG sei zudem bereit, der Bevölkerung gewisse Varianten vorzuschlagen, führte er weiter aus. Gleichzeitig ist sich der gebürtige Lausanner bewusst, dass es zunehmend schwieriger werden wird, Finanzierungsmodelle für die "Pay-per-view"-Generation zu finden, die in erster Linie nur das bezahlen möchte, was sie auch konsumiert. Allerdings gehe es ganz ohne Gebühren nicht, den Service public aufrechtzuerhalten, mahnte Marchand.

Er verstehe es obendrein als seine Aufgabe, ja sogar seine berufliche Verantwortung, zu sagen, was mit der Abstimmung über die No-Billag-Initiative noch möglich sei und was nicht mehr ginge. Man dürfe der Öffentlichkeit nichts vorgaukeln, was der Text der Initiative bedeute. Jeder möge das Schriftstück daher im Detail lesen, sagte Marchand in dem Interview.

Nationale Identität wahren

Die SRG stehe mit ihrem Angebot für eine ganz bestimmte Form der Schweiz, welche zum Beispiel die kulturelle Solidarität zwischen den Regionen pflege. Damit trägt die SRG laut seinem Generaldirektor zum nationalen Zusammenhalt bei - auch wenn sie kein Monopol inne habe.

Seinen Worten nach wird die Schlacht künftig im Internet geschlagen, gerade dort, wo die Zeitungsverlage derzeit eine Krise ihres Geschäftsmodells erleben. Daher denke er viel über die Zukunft der SRG im Internetzeitalter nach. Ihm schwebe im Web ein offenes Portal mit originellen Inhalten vor, dass allen zur Verfügung stehe.

Auf die Frage, ob die SRG nicht eine gehörige Mitschuld an der No-Billag-Initiative trägt, antwortet Marchand, dass man sicher im Vorfeld mehr mit der Bevölkerung hätte kommunizieren und mehr erklären müssen.