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Sparen muss nicht immer Verzicht bedeuten: 6 Wege, wie Sie Ihr Portemonnaie schonen

Mit diesen sechs Tipps können Sie Ihr Budget im kommenden Jahr entlasten. Allerdings müssen Sie teilweise noch vor Jahresende handeln.

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Jetzt handeln, damit mehr Geld im Sparschwein bleibt.

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Sparen muss nicht immer Verzicht bedeuten. Was milliardenschwere Grosskonzerne mit ihren Steueroptimierungsplänen schon lange praktizieren, ist teilweise auch für Privatpersonen möglich. Wer schon im nächsten Jahr seine Ausgabenseite erleichtern will, muss sich allerdings beeilen.

Säule 3a

Private Altersvorsorge in der dritten Säule ist steuerlich lohnend. Wer 2020 trotz Corona gut verdient hat und nun etwas gar viel Bares auf der hohen Kante hat, sollte die Möglichkeiten eines Vorsorgekontos der Säule 3a unbedingt nutzen. Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf maximal 6826 Franken einzahlen. Erfolgt die Einzahlung noch vor dem Jahreswechsel, ist sie von der Steuerrechnung 2020 absetzbar. Andernfalls kann der Abzug erst im darauffolgenden Jahr geltend gemacht werden. Doppelverdienende Paare können so ihr steuerbares Einkommen um 13'652 Franken reduzieren. Bei einem steuerbaren Einkommen von beispielsweise 120'000 Franken pro Jahr macht dies je nach Kanton und Gemeinde um die 2000 Franken aus. Für Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse beträgt die steuerlich abzugsfähige maximale Einzahlung 20 Prozent des Nettoeinkommens oder höchstens 34128 Franken.

Krankenkasse

Die Grundversicherung zu wechseln, kann sich lohnen. Rasch sind so bei einer günstigeren Kasse 1000 Franken gespart. Auf dem Vergleichsportal ­priminfo.ch findet man den Überblick über die Prämien. Allerdings ist ein Wechsel auf den Jahresbeginn nicht möglich, das hätte bis Ende November erledigt sein müssen. In bestimmten Fällen ist ein Wechsel aber auch unter dem Jahr erlaubt. Falls Sie die Grundversicherung mit der obligatorischen Franchise von 300 Franken abgeschlossen haben, können Sie sie mit einer Frist von drei Monaten immer auch auf Ende Juni kündigen. Dann muss die Kündigung aber bis am 31. März bei Ihrer Krankenkasse ein­getroffen sein.

Risiken und Nebenwirkungen beachten

Steuern sparen kann einfach sein. Aber es geht auch hier nicht immer ohne Risiken. Fabian Thommen, Chef der auf Vorsorgefragen spezialisierten Beratungsfirma Dr. Wechsler & Partner, rät vor allem bei Einkäufen in die Pensionskasse zur Vorsicht. Bevor man sein Erspartes in die Pensionskasse stecke, gelte es deren Solidität zu prüfen. Liege der Deckungsgrad in einer privatrechtlichen Kasse unter 100 Prozent, dann müsse dies als Warnsignal genommen werden. Zwar sind auch bei solchen Kassen die Renten in aller Regel sicher. Doch möglicherweise macht eine Unterfinanzierung Sanierungsmassnahmen der Versicherten notwendig, die mehr kosten könnten als die mit einem Einkauf erzielte Steuerersparnis.

Thommen warnt auch, dass sich ein Pensionskasseneinkauf für ein Ehepaar im Todesfall als Fehlinvestition erweisen kann. Der Einkauf bringt dem zurückbleibenden Ehepartner und dessen Kindern oftmals keine höhere Risikorente. Dafür senkt er in diesen Fällen das Risiko der Kasse, welche die Witwen- und Waisenrenten unter Umständen noch über Jahrzehnte hinaus finanzieren muss. Der Vorteil für die Pensionskasse ergibt sich aus dem Umstand, dass sie normalerweise das beim Tod vorhandene Altersguthaben mit dem entstandenen Schaden verrechnet. Durch den Einkauf verringert sich also der Schaden für die Kasse. Damit das Geld aus dem freiwilligen Einkauf den Nachkommen des verstorbenen Versicherten erhalten bleibt, gibt es freilich auch eine Versicherung. Ob diese vorhanden ist, sollte jeder Versicherte vorgängig prüfen, rät Thommen.

Auch beim fremdfinanzierten Pensionskasseneinkauf durch Erhöhung der Hypothek warnt Thommen vor zu viel Spareifer. Er gibt zu bedenken, dass der Zins für die zusätzliche Hypothek jährlich oder gar quartalsweise an die Bank bezahlt werden müsse. Die Erträge aus der Zinsarbitrage seien dagegen nicht Cash-wirksam.

Vorher mit Steuerbehörde offene Fragen klären

Zudem sei bei weitem nicht klar, ob eine Steuerbehörde diese Form der Steueroptimierung tatsächlich als solche akzeptiere. Verdacht auf Steuerumgehung könnte zum Beispiel dort entstehen, wo ein Haus zunächst durch vorzeitige Verwendung von Guthaben der Säule 3a erworben wurde und dieselbe Liegenschaft nun für die Finanzierung von Einkäufen in die Pensionskasse verwendet wird.

Pensionskasse

Das Ziel der beruflichen Vorsorge besteht darin, dass das in der Pensionskasse angesparte Kapital ausreichen sollte, damit es zusammen mit der AHV zur Finanzierung von mindestens 60 Prozent des letzten Einkommens als Rente reicht. Aufgrund dieser Philosophie kommt es fast in jedem Erwerbsleben zu grösseren oder kleineren Vorsorgelücken. Damit diese geschlossen werden können, setzt der Gesetzgeber einen steuerlichen Anreiz. Das Gesetz erlaubt steuerlich abziehbare Einkäufe in die Pensionskasse im Umfang der im jährlichen Pensionskassenausweis ausgewiesenen maximalen Einkaufssumme. In der Regel empfiehlt es sich, die Einkäufe zeitlich zu staffeln. Schliesslich geht es darum,dass teuerbare Einkommen möglichst lange tief zu halten beziehungsweise die Steuerprogression zu brechen. Die Steuerersparnis ist analog zu den Einzahlungen auf das Säule-3a-Konto, allerdings können die Beträge bei Einkäufen in die Pensionskasse deutlich höher liegen. Auch bei der Pensionskasse gilt: Liegt die Einkaufssumme nicht vor dem 31. Dezember auf dem Konto, kann der Steuerabzug erst im Steuerjahr 2021 geltend gemacht werden.

Pensionskasse und Liegenschaft

Wer eine Liegenschaft besitzt und einen Einkauf in die Pensionskasse vornehmen möchte, kann dies auch durch eine Erhöhung der Hypothek tun. Damit kann man im besten Fall gleich dreifach profitieren. Erstens lassen sich aktuell Hypotheken aufnehmen, die weniger kosten als das, was die Pensionskasse derzeit als Mindestzins zahlt (2021: ein Prozent). Zweitens ist die Verzinsung der Pensionskassengelder steuerfrei. Und drittens ist – wie gehabt – der Einkauf steuerlich absetzbar.

Unterhalt und Renovation

Für Arbeiten an der eigenen Liegenschaft ist kurz vor Jahresende nicht mehr genügend Zeit. Indessen kann es sich lohnen, die Handwerker noch schnell um Zustellung einer Rechnung für geleistete Arbeiten im alten Jahr zu bitten. Empfehlenswert ist solches Vorgehen vor allem dann, wenn das Einkommen im zurückliegenden Jahr besonders üppig ausgefallen ist. Steuerlich abzugsfähig sind werterhaltende Arbeiten, sofern diese den abzugsberechtigten Pauschalbetrag übersteigen.

Spenden

Wer bis Ende Jahr mindestens 100 Franken oder maximal 20 Prozent des steuerbaren Nettoeinkommens an eine gemeinnützige Organisation in der Schweiz gespendet hat, kann diesen Aufwand im gleichen Jahr noch von der Steuerrechnung absetzen. Listen der Organisationen, die steuerliche abzugsfähige Spenden erlauben, sind beim kantonalen Steueramt erhältlich.

Hinweis: In einer ersten Version des Artikels haben wir unter dem Abschnitt «Unterhalt und Renovation» geschrieben, dass «wertvermehrende» Arbeiten von den Steuern abgezogen werden können. Das war falsch. Abzugsfähig sind «werterhaltende » Arbeiten.

Ein aufmerksamer Leser weist uns übrigens noch darauf hin, dass Belege für wertvermehrende Arbeiten gesammelt und während der ganzen Besitzdauer der Liegenschaft aufbewahrt werden müssen. Beim Verkauf sind die Investitionen relevant für die Bemessung der Grundstückgewinnsteuer.