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Sozialplan unter Dach und Fach

Dihart AG Belegschaft und Firmenspitze haben sich geeinigt.

Dihart AG

Dihart AG Belegschaft und Firmenspitze haben sich geeinigt.

Das Ringen um den Sozialplan der Komet Dihart AG ist beendet. Auf Empfehlung der Betriebskommission hat die Belegschaft den dritten Vorschlag der Firma akzeptiert.

Letzten Freitag hatte die zweite Verhandlungsrunde zum Sozialplan für die 47 gekündigten Mitarbeiter der Dihart AG in Dulliken stattgefunden. Über das Ergebnis wurde Stillschweigen vereinbart und eine Betriebsversammlung für Montag angekündigt.

An dieser wurde den Beschäftigten der dritte Sozialplan-Entwurf der Autozulieferer-Firma (Fertigung von Präzisionswerkzeugen) präsentiert, der am Freitag zur Debatte gestanden hatte. Dieser war laut der Firmenleitung schon am Freitag für die Arbeitnehmervertretung annehmbar gewesen, nicht aber für die Gewerkschaft Unia.

Grossmehrheitliche Zustimmung

Nun folgte die Belegschaft dem Antrag der Betriebskommission, den Sozialplan gutzuheissen. Er gilt bis Ende 2009. Der Entscheid kam grossmehrheitlich zustande - dies nach übereinstimmenden Aussagen von Peter Büttler, Geschäftsführer sowie Verwaltungsratspräsident der Dihart AG, und Markus Baumann, Sekretär der Unia Sektion Solothurn.

Dass es Druckversuche seitens der Geschäftsleitung gegeben habe, lässt der Vertreter der im Regen stehen gelassenen Gewerkschaft durchblicken. Baumann mag sich aber nicht mehr im Detail dazu äussern.

Büttler umgekehrt deutet indirekt an, was damit gemeint sein könnte: Erstens habe er deutlich gemacht, dass das, was auf dem Tisch liege, das Maximum sei, das er anbieten könne. Zweitens, dass ohne Einigung der Fall an ein Schiedsgericht weitergeleitet würde - ein Verfahren, das ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen könnte. «Und dann», so Büttler, «hätten die Betroffenen nichts mehr davon.»

Den Inhalt des Sozialplans fasst Markus Baumann mit den Begriffen «Abgangsentschädigungen», «Härtefallregelungen» und «nach Möglichkeit Frühpensionierungen» zusammen. Viele Kandidaten für Frühpensionierungen gibt es laut Büttler nicht. Den Rentenverlust derjenigen bei der zweiten Säule, die sich mit 63 Jahren pensionieren liessen, werde die Firma aber ausgleichen.

Bei den Abfindungen kämen Alter, Dienstjahre und Einkommen zum Tragen. Bei Anschlussfragen wie etwa der Definition von Härtefällen wird eine paritätische Kommission mit je drei Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern ihres Amtes walten. Rund acht Personen können im Ausland weiterbeschäftigt werden. Der Sozialplan enthält, so Büttler, auch «weiche Faktoren» wie die Unterstützung bei der Stellensuche und -vermittlung.

Drohen «weitere Massnahmen»?

Keinen Hehl macht Büttler daraus, dass unabhängig des Sozialplans «weitere Massnahmen» nötig werden könnten. Dies habe er auch den noch rund 100 Beschäftigten mitgeteilt. Vor allem die Gefahr einer Ausweitung der Kurzarbeit sei nicht gebannt. Der Abschwung sei weiterhin existenzgefährdend für die Dihart: «Wir haben einen Auftragseinbruch von bis zu 80 Prozent - und noch immer keinen Boden unter den Füssen.» (uw)

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