Smartphones
Smartphone-Hersteller kämpfen um die letzten Kunden

Der globale Smartphone-Boom ist zu Ende, sagen die Analysten. Die Zahl potenzieller Kunden veringert sich. Auch Apple gerät unter Druck beim Kampf um die letzten smartphonelosen Kunden.

Matthias Niklowitz
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Apple war bis vor zwei Wochen das wertvollste Unternehmen der Welt. Nach dem Kurssturz der letzten Tage ist das nicht mehr der Fall. Grund für die Baisse sind Befürchtungen, dass das Unternehmen seine Marketing- und Technologieführung bei den Smartphones eingebüsst haben könnte. Befeuert wird die Nervosität um Apple zusätzlich durch Umsatz- und Gewinnwarnungen von wichtigen Zulieferern.

Boom am Ende

Der globale Smartphone-Boom ist zu Ende, sagen die Analysten von Jefferies, einem amerikanischen Broker. Sobald mehr als die Hälfte der Bevölkerung ein Smartphone hat, fallen die hohen zweistelligen Wachstumsraten abrupt. In den aufstrebenden Ländern mit hohem Wachstumspotenzial können die Menschen laut den Analysten lediglich 80 Dollar für ein Smartphone ausgeben. Und nicht 430 Dollar für iPhones wie in den reichen Ländern des Westens.

Das verringert die Zahl potenzieller Käufer. Auch in der Schweiz verschärft sich der Kampf um die letzten Kunden, die noch kein Smartphone haben. «Wir haben aktuell eine selten gesehene Vielzahl von neuen Produkten auf dem Markt», sagt Martin Lehmann, CEO von Mobilezone. «Neue Smartphones von Nokia, Sony, Blackberry oder HTC machen den dominierenden Anbietern Apple und Samsung Konkurrenz.» Auch in der Schweiz seien die durchschnittlichen Verkaufszahlen unter Druck. «Aber der Druck ist weniger stark als in anderen Ländern», sagt Lehmann weiter, «denn hier ist das Billigsegment kleiner.»

Der grösste Netzbetreiber, Swisscom, verkaufte im letzten Jahr insgesamt 1,55 Millionen Mobilfunkgeräte. Das entspricht laut Swisscom-Sprecher Olaf Schulze nur noch einem Plus von 6,7 Prozent. Das kleine Plus wurde erst im Weihnachtsgeschäft eingespielt. «Die aktuell meistverkauften Geräte sind: iPhone 5, iPhone 4, Samsung Galaxy SIII», sagt Schulze weiter. Stabil waren die Akquirierungskosten geblieben. Swisscom wirft pro Privatkunden zwischen 90 und 130 Franken auf.

Bei Sunrise waren das iPhone 5 und das Samsung Galaxy S3 die beliebtesten Smartphones, wie Sunrise-Sprecher Tobias Kistner sagt.

Echte Innovationen sind rar

Im ersten Quartal dieses Jahres war bei Orange das iPhone (5 und 4S) das meistverkaufte Smartphone, wie Personen sagen, die die Orange-Zahlen kennen. Sehr gut verkaufen sich hier auch die Samsung-Galaxys sowie die neuen Spitzenmodellen von HTC und Nokia.

Eine Belebung beim Smartphone trauen Analysten nur Apple zu. «Denn echte Innovationen wie die Benutzeroberflächen bei der Einführung der iPhone-Smartphones sind rar und kommen nur einmal pro Generation vor», warnt Exane-Analyst Alexander Peterc.

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