Schweizer Skigebiete

Schweiz-Tourismus-Direktor: «Ich rechne mit einem Plus bei Gästen aus Europa»

Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus:«Man findet fast überall noch Hotelzimmer oder auch Ferienwohnungen. Die Verhältnisse sind top.»

Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus:«Man findet fast überall noch Hotelzimmer oder auch Ferienwohnungen. Die Verhältnisse sind top.»

Die Buchungslage ist gut, bestätigt Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus. «Man findet fast überall noch Hotelzimmer oder auch Ferienwohnungen. Die Verhältnisse sind top.»

Herr Schmid, Vertreter von Skiorten äussern sich überraschend positiv zum Buchungsstand der nächsten Wochen. Welche Rückmeldungen haben Sie?

Jürg Schmid: Das deckt sich mit unseren Informationen. Zwar gestaltete sich der Saisonstart schwierig, weil die Weihnachtsfeiertage praktisch auf die Wochenenden gefallen sind. Zudem hatten wir zwar sehr schönes Wetter, aber es fehlte der Schnee.

Das änderte sich im Januar. Spürten dies die Skiorte?

Die Bergbahnen holten die fehlenden Frequenzen teilweise wieder auf. Jubelstimmung herrscht zwar nicht. Aber die Saison ist ordentlich. Wir sind ungefähr auf Vorjahresniveau, vielleicht etwas darüber. Offen ist noch, wie es bis Ostern läuft. Diese fallen dieses Jahr auf Mitte April und sind damit spät. Kommt der Frühling früh, jubelt das Tessin. Schneit’s aber nochmals bis ins Flachland, jubeln die Skiorte.

Nochmals zu den Sportferien: Hat es noch Platz für Kurzentschlossene?

Die Buchungslage ist gut. Aber man findet fast überall noch Hotelzimmer oder auch Ferienwohnungen. Das Wetter stimmt. Es fiel wieder Schnee. Die Verhältnisse sind top.
Der Euro kostet 1.07 Franken. Obwohl der Franken damit stärker ist als vor einem Jahr, reisen wieder mehr Europäer in die Schweiz. Zeichnet sich der Turnaround ab?
Die Auswirkungen des starken Frankens waren heftig. Wir verloren rund ein Drittel des Geschäfts mit Europäern. Wir sehen noch keinen Turnaround. Aber wir haben den Boden gefunden. Der europäische Markt legt gar leicht zu. Aber es wird dauern, bis wir wieder auf dem Niveau von 2008 sein werden.

Aus welchen EU-Ländern reisen wieder mehr Gäste an?

Holland zog bereits im Sommer an. Die Zahlen sind positiv. Bei den Deutschen sind sie zwar noch negativ, aber der Rückgang ist gebremst. In einigen Monaten werden die Zahlen schwarz. Das gilt auch für Frankreich und Italien. Insgesamt rechne ich in diesem Jahr mit einem leichten Plus bei den Gästen aus Europa. Das zeichnet sich, sanft, schon im Winter ab. Zudem verhielten sich die Schweizer Touristen in der Währungskrise äusserst loyal. Die Übernachtungen nehmen sogar leicht zu. Ihre Verbundenheit mit der Schweiz ist gross.

Zermatt hat weniger Gäste aus Europa, aber mehr aus Amerika und Asien. Inwieweit kompensieren Touristen aus Übersee den Ausfall preissensitiver Europäer?

Die dämpfen ihn zumindest ab. Aus den USA hatten wir schöne Zuwächse von jährlich vier bis fünf Prozent. Abgesehen vom letzten Jahr waren die Zuwächse aus Asien wuchtig. Sie werden weiter ansteigen. Diese Gäste kompensieren den Rückgang der Logiernächte wenigstens teilweise. Aber sie reisen an andere Orte als Europäer.

Sie fahren auf die berühmten Trampelpfade ab?

Genau. Asiaten und US-Amerikaner besuchen, vor allem im Sommer Hotspots wie Zermatt mit dem Matterhorn, Luzern und den Titlis oder das Berner Oberland mit dem Jungfraujoch. Sie bereisen auch Städte wie Zürich und Genf. Aber sie kompensieren im Engadin den Ausfall der Europäer nicht. Diese wandern oder fahren Ski auch in kleinen Seitentälern des Wallis oder von Graubünden.

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