Fossile Energie

Russland greift mit neuem Öl-Terminal nach asiatischen Märkten

Putin, letzte Woche noch in Soochi, weihte in Wladiwostok eine Anlage ein

Putin, letzte Woche noch in Soochi, weihte in Wladiwostok eine Anlage ein

Russland drängt mit der Eröffnung eines neuen Öl-Terminals an der Pazifik-Küste auf den asiatischen Energiemarkt. «Das ist ein wunderbares Neujahrsgeschenk für Russland», sagte Ministerpräsident Putin bei der Einweihung der neuen Anlage in Kosmino bei Wladiwostok.

"Das ist ein strategisches Projekt, denn es erlaubt uns den Zugang zu neuen Märkten, zu den wachsenden asiatischen-pazifischen Märkten", sagte Wladimir Putin. Die erste Ladung Öl wurde auf einen 100'000-Tonnen-Tanker mit Ziel Hongkong gepumpt.

In den kommenden Jahren sollen über Kosmino bis zu 600'000 Fass pro Tag verschifft werden. Die Kosten für den Terminal und die zugehörigen Pipelines liegen bislang bei 14 Mrd. Dollar.

Russland - gegenwärtig der weltgrösste Öl-Produzent vor Saudi-Arabien - exportiert sein Öl bislang überwiegend nach Westen, insbesondere in die Europäische Union. Die Regierung in Moskau versucht seit längerem, Alternativen dazu aufzubauen. Langfristig soll Kosmino die drittgrösste russische Verladestelle werden nach Primorsk an der Ostsee und Noworossijsk am Schwarzen Meer.

Die Ölpreise sind derweil auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember gestiegen. Ein Fass (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar kostete im frühen Handel 78.50 US-Dollar.

Das waren 45 Cent mehr als zum Handelsschluss am vergangenen Donnerstag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Februar stieg um 59 Cent auf 76.90 Dollar.

Händler begründeten das erhöhte Preisniveau vor allem mit Wettervorhersagen für den Nordosten der USA, der Region mit dem weltweit grössten Energieverbrauch. Dort werden in den nächsten Tagen kalte Temperaturen erwartet, was die Ölnachfrage nach oben treiben dürfte, hiess es.

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