Tourismus
Roter Teppich für Airbnb-Kunden: Basel bietet erstmals Schlüsselservice an

Basel erleichtert Privatpersonen, die ihre Wohnung über die Vermittlungsplattform Airbnb vermieten, das Leben. Ab dem 1. September bietet Basel Tourismus einen Schlüsselservice an.

Samuel Hufschmid
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Airbnb-Nutzer können in Basel einen Schlüsselservice nutzen.

Airbnb-Nutzer können in Basel einen Schlüsselservice nutzen.

Kenneth Nars

«Viele Airbnb-Anbieter haben das Problem, dass sie nicht zu Hause sein können, wenn ihre Gäste anreisen», sagt Vizedirektor Frédéric Pothier.

Da könne Basel Tourismus mit ihrem täglich geöffneten Schalter im Bahnhof SBB Unterstützung bieten. Die Organisation habe festgestellt, dass in Paris ein solcher Schlüsselservice für Airbnb-Betreiber angeboten werde, und so sei die Idee entstanden, dies auch auszuprobieren.

Das Angebot kommt nicht überall gut an. Der Basler SP-Politiker René Brigger, der im vergangenen Jahr einen Vorstoss zu professionellen Airbnb-Anbietern eingereicht hat, sieht das Unterstützungsangebot durch Basel Tourismus kritisch. «Der Druck auf den Immobilienmarkt wegen professioneller Airbnb-Anbieter nimmt weiter zu, was sehr bedrohlich ist», sagt er.

Er sehe es deshalb nicht als Aufgabe eines vom Staat subventionierten Vereins wie Basel Tourismus, diese Form der Hotellerie mit Dienstleistungen wie einer Schlüsselübergabe zu unterstützen.

Andere Politiker geben sich gelassener. So etwa Grossrat Stephan Schiesser von der bürgerlichen LDP. Er hat vor rund einem Jahr einen kämpferischen Vorstoss zum Thema eingereicht, in dem er «negative Folgen für das Kongress- und Messewesen von Basel durch Airbnb-Unterkünfte» heraufbeschwor. Seit er den Vorstoss eingereicht habe, sei vieles anders. So bezahlten Airbnb-Vermieter beispielsweise neu Gasttaxen.

Selbst der Basler Hotelier-Verein hält sich mit Kritik an Basel Tourismus zurück. Präsident Felix Hauser sagt: «Wir haben seit Jahrzehnten eine tolle Zusammenarbeit mit Basel Tourismus. Das einzige Problem am Schlüsselservice für Airbnb-Anbieter könnte sein, dass es den Trend hin zur unpersönlichen Übergabe weiter fördern könnte, was ich sehr bedauern würde.» Er denke, dass der persönliche Kontakt wichtig bleibe, sagt Hauser.

Andernorts wird verboten

Sicher ist: Basel steht mit seiner Airbnb-Förderung sowohl im Vergleich zu anderen Schweizer Städten und Tourismusgebieten als auch zu vielen Grossstädten weltweit ziemlich quer in der Landschaft. So ist es etwa in der Berner Altstadt neuerdings verboten, Zimmer auf professionellem Niveau auf Airbnb zu vermieten.

Auch in Luzern läuft aktuell eine Diskussion darüber, ob Airbnb eingeschränkt werden soll. Die spanische Touristen-Metropole Palma de Mallorca hat seit diesem Sommer sogar ein vollständiges Airbnb-Verbot erlassen.

Tausende Menschen hatten gegen die Auswüchse des Massentourismus sowie die ständig ansteigenden Mieten protestiert. Schätzungen zufolge sind die Mieten in Palma in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen, ein Grund dafür soll die Vermietung via Airbnb sein.

SP-Grossrat Brigger glaubt, dass die Tatsache, dass Airbnb künftig automatisch Gasttaxen an den Kanton überweisen wird, noch einen wichtigen Nebeneffekt hat. «Ich erhoffe mir, dass die Behörden dadurch professionellen Airbnb-Anbietern leichter auf die Schliche kommen. Denn wenn offensichtlich wird, dass für einzelne Wohnungen jede Nacht Gasttaxen erhoben werden, dann kann gehandelt werden. Denn Hotellerie in Wohngebieten ist zonenwidrig.»

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