«Rettomat»
Gegen Foodwaste: Selecta testet den Restwaren-Automaten - bald auch in der Schweiz?

Die Snackautomaten-Firma hat in Deutschland ein neues Konzept gegen die Lebensmittelverschwendung lanciert.

Benjamin Weinmann
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Am Frankfurter Hauptbahnhof steht neuerdings ein Selecta-Automat namens Rettomat.

Am Frankfurter Hauptbahnhof steht neuerdings ein Selecta-Automat namens Rettomat.

zvg

Die Snacks in den rot-weissen Selecta-Automaten an Bahnhöfen gehören in der Regel zur lange haltbaren Sorte: Schleckwaren, Vogelnestli oder Belgische Waffeln in Plastik abgepackt. Doch auch sie haben irgendwann ein Ablaufdatum. Was tun? Am Frankfurter Hauptbahnhof hat die Firma aus Cham ZG nun einen neuen Automaten installiert, der Snacks beinhaltet, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, oder es bereits überschritten haben. Sein Name: «Rettomat».

Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, können nun Passanten die Produkte vor der Entsorgung retten, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits drei Monate zurückliegt. So kostet ein «alter» Schokoriegel ein Euro. Zudem seien bekannte Produkte wie Mars, Snickers oder Milky Way nicht zu finden. «Stattdessen lässt sich für einen Euro eine Art Schokolade ziehen, vegan, sojafrei und mit Hafer drin», schreibt die «FAZ».

2,8 Millionen Tonnen Food Waste pro Jahr

Auf die Frage, ob auch bereits Gespräche mit den SBB geführt werden, um einen «Rettomaten» an einem Schweizer Bahnhof aufzustellen, gibt Selecta-Sprecherin Nancy Jewell keine Antwort. Sie sagt aber: «Falls das Pilotprojekt in Deutschland erfolgreich ist, könnte es auch in anderen europäischen Märkten zum Einsatz kommen.» Zudem weist sie darauf hin, dass jedes Land eigene Lebensmittelauflagen habe und man diese befolgen müsse.

Neuer Automat am Frankfurter Hauptbahnhof: Der Rettomat.

Neuer Automat am Frankfurter Hauptbahnhof: Der Rettomat.

zvg

Laut einer Statistik des Bundesamtes für Umwelt aus dem Jahr 2019, fallen in der Schweiz jährlich 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste an. Das entspricht 330 Kilogramm pro Person und Jahr. Die Verarbeitungsindustrie ist dabei die grösste Verursacherin von Food Waste mit einem Anteil von 38 Prozent. Mit 31 Prozent folgen die Endkonsumentinnen und -Konsumenten an zweiter Stelle.

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