So stimmen rund zwei Drittel der Bevölkerung zu, im Notfall bereits vor dem 25. Lebensjahr in die Pensionskasse einzuzahlen. Rund die Hälfte wäre bereit, einer Erhöhung der Beitragszahlung zuzustimmen, rund ein Drittel wäre notfalls für eine Erhöhung des Rentenalters. Im Gegenzug sind nur rund 20 Prozent für eine Kürzung der Renten bereit. Dies geht aus einer gestern veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Axa Investment Managers hervor.

Am deutlichsten fällt die Ablehnung von Rentenkürzungen wenig überraschend bei den bereits pensionierten Umfrageteilnehmern aus. Aktive Versicherte zwischen 18 und 24 Jahre wären bereit, eine Rentenkürzung hinzunehmen. Die erwähnte Senkung der Schwelle der Beitragspflicht unter 25 Jahre findet dagegen über alle Altersgruppen hinweg eine Mehrheit.

Höheres Rentenalter kein Tabu

Angesichts dieser recht klaren Resultate ist es für Werner Rutsch, Leiter des Schweizer Geschäfts für institutionelle Kunden bei Axa Investment Managers, schwer verständlich, wieso die Diskussion in Bundesbern über die Zukunft der beruflichen Vorsorge nicht pointierter geführt wird. «Wenn man sieht, dass man bei der Frage der Erhöhung des Rentenalters bereits ein Drittel der Bevölkerung hinter sich hat, weiss ich nicht, worauf man wartet, um dieses Thema politisch endlich weiter zu bearbeiten», so Rutsch gestern anlässlich eines Mediengesprächs in Zürich.

Grundsätzlich funktioniere die berufliche Vorsorge zwar noch gut. Dennoch sei eine Reform nötig. Das Problem: Je später Reformmassnahmen umgesetzt werden, desto länger muss die aktive Generation für die zu hohen Renten geradestehen.

Es sei auch Aufgabe der Versicherten, sich für die Verbesserung und Weiterentwicklung des Pensionskassensystems einzusetzen. «Dazu ist ein vertieftes Wissen über das Funktionieren der zweiten Säule bei den Versicherten quasi unabdingbar», so Rutsch weiter.

Erstaunliche Wissenslücken

Die Umfrage stellte zwar eine Verbesserung des Wissensniveaus über das Rentensystem in der Schweiz fest. So konnte bei der Umfrage von 2011 nur rund ein Fünftel der Befragten sechs bis sieben richtige Antworten auf sieben gestellte Wissensfragen geben. Dieses Jahr war es knapp ein Drittel. Diese sogenannten «Profis» lassen sich vermehrt unter den Männern und den aktiv Versicherten zwischen 42 und 65 Jahren ausmachen. Der Anteil der «Fortgeschrittenen» blieb mit 25 Prozent unverändert. Der Anteil der «Anfänger» und der Anteil der «Unwissenden» gingen von 28 auf 24 Prozent respektive von 24 auf 17 Prozent zurück. Die gestellten Fragen finden Sie in der Box rechts.

Die Devise lautet derzeit aber immer noch: Je älter die Leute sind, umso besser wissen sie über das Pensionskassensystem der Schweiz Bescheid. Doch auch bei den Rentenbezügern hat die Axa-Umfrage mitunter erstaunliche Wissenslücken zutage gefördert. So weiss ein Drittel der Rentenbezüger nicht, wie viel Pensionskassengeld sie noch zugute haben.