Thrombose-Gefahr

Professor: «Behörden müssen die Verhütungspille Yasmin unbedingt vom Markt nehmen»

Umstritten: Die Antibabypille Yasmin.

Umstritten: Die Antibabypille Yasmin.

Krankenversicherer CSS gibt nicht auf: Die Anti-Baby-Pille Yasmin verursache mehr Schaden als Nutzen, zeigt eine neue Studie. Beim Pharmakonzern Bayer ist man von der Kritik wenig beeindruckt.

Eine noch unpublizierte Studie der Forschungsabteilung der CSS Versicherung stellt der Antibaby-Pille Yasmin des Pharmariesen Bayer ein schlechtes Zeugnis aus. Demnach richtet die Pille volkswirtschaftlich mehr Schaden an als dass sie Nutzen stiftet.

Eine Frau, die Yasmin einnimmt, muss mit durchschnittlichen Gesundheitskosten von bis zu 391 Franken im Jahr rechnen - bei einem Ladenpreis von 243 Franken.

Studienautor und Wirtschaftsprofessor Konstantin Beck fordert daher in der Sonntagszeitung: «Die Behörden müssen die Pille vom Markt nehmen.»

Die Antibaby-Pille Yasmin soll das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen, die Gefässe verstopfen und zu Lungenembolien führen können.

In der Schweiz entbrannte die Debatte um Yasmin nach dem Fall Céline; die heute 24-Jährige ist ein mutmassliches Yasmin-Opfer. Sie ist seit einer Lungenembolie 2008 schwer behindert.

Das Bundesgericht entschied Anfang 2015, Bayer müsse Céline keinen Schadenersatz zahlen. In den Fall involviert war auch die CSS Versicherung, zu der Becks Institut gehört.

Wirtschaftsprofessor Beck glaubt, dass das Bundesgericht in Kenntnis seiner Berechnungen vermutlich anders entscheiden hätte.

Zudem will er seine Berechnungen einer Frau in Deutschland zukommen lassen. Diese klagt gegen Bayer, weil sie eine Lungenembolie erlitt und diese auf Yasmin zurückführt.

Beck sagt: «Ich bin überzeugt, dass meine Berechnungen ihr helfen werden.»

Der Pharmakonzern Bayer hält wenig von der Studie des CSS Instituts. Man könne die Berechnungen «weder nachvollziehen noch kommentieren», sagt eine Sprecherin von Bayer Schweiz. So sei nicht klar, aus welchen Quellen die Informationen und Daten stammten.

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