Orange
Orange darf Sunrise nicht kaufen: Wird telefonieren jetzt billiger?

Die Wettbewerbskommission verbietet den Deal zwischen Orange und Sunrise. Telefonieren mit dem Handy werde jetzt billiger, glauben die Konsumentenschützer. Sie können sich irren.

Drucken
Keine Übernahme von Sunrise - Weko untersagt den Deal

Keine Übernahme von Sunrise - Weko untersagt den Deal

Keystone

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) ist froh, dass die Wettbewerbskommission (Weko) die Fusion zwischen Orange und Sunrise untersagt hat. Auch der Internetvergleichsdienst Comparis wertet das Verbot als konsumentenfreundlich.

«Für die Konsumenten ist das die richtige Entscheidung», sagt Ralf Beyeler, Telekom-Experte von comparis.ch. Denn mit drei Anbietern im Markt spiele der Wettbewerb besser als mit nur zweien.

Zwei Grosse = hohe Preise?

«Zwei grosse Unternehmen hätten keinen Anreiz mehr gehabt, sich zu bekämpfen, sondern hätten den Markt unter sich aufgeteilt», sagte Andreas Tschöpe von der SKS.

Beide sind überzeugt, dass mit dem Verschwinden von Sunrise derjenige Anbieter wegfalle, der preislich die attraktivsten Angebote geliefert habe. «Durch die Fusion wären diese über kurz oder lang wohl vom Markt verschwunden», sagt Beyeler.

Findet Sunrise einen neuen Käufer?

Laut Matthias Fringer, Liberalisierungsexperte und Professor für Netzwerk-Dienstleistungen an der ETH Lausanne, ist nicht gesagt, dass beide Anbieter auf dem Schweizer Markt bleiben. Die Weko geht davon aus, dass ein anderes Unternehmen Sunrise kaufe und dessen aggressive Preispolitik weiterführe. Für Finger ist das nicht ein Stein gemeisselt, wie er gegenüber a-z.ch sagt. «Für den Konsumenten ändert sich vorläufig mal nichts», sagt er. Gleich sieht das auch Comparis.

Entscheidend dürfte sein, wie die Mutterhäuser France Télécom und TDC auf das Verbot der Fusion reagieren. Orange hatte damit gedroht, sich aus dem Schweizer Markt zurückzuziehen, sollte der Deal nicht zu Stande kommen.

Käufer für die Schweizer Töchter Orange und Sunrise zu finden dürfte gemäss Beyler und Finger schwierig sein, weil die Schweizerinnen und Schweizer selten Telekomanbieter wechselten. «Damit ist es für einen kleineren Anbieter schwierig, neue Kunden zu gewinnen», so Beyeler. (rsn)

Aktuelle Nachrichten