Wirtschaft

«Ohne Wechsel wären wir nicht aus der Situation rausgekommen» – Urs Rohner zum Rücktritt Thiams

Urs Rohner und Tidjane Thiam an der Generalversammlung im April 2017.

Urs Rohner und Tidjane Thiam an der Generalversammlung im April 2017.

Der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Urs Rohner, dementiert, dass es zu einem Machtkampf und persönliche Fehden gekommen sei. Er schliesst nicht aus, dass sich die Aktionäre an der nächsten Generalversammlung gegen ihn stellen werden.

(gb.) In einem Interview mit Radio SRF am Freitag Mittag sagte Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, es habe kein Machtkampf zwischen ihm und Tidjane Thiam stattgefunden. Beim Entscheid sei es um die Reputation des Unternehmens gegangen. Rohner sagte, es habe sich gezeigt, dass die Situation, in der sich die Credit Suisse seit Bekanntwerden des zweiten Beschattungsfalls im Dezember befunden habe, schwieriger geworden war.

«Der Verwaltungsrat hat festgestellt, dass wir ohne einen Wechsel nicht aus dieser Situation herauskommen», sagte Rohner. Auch Thiam habe das verstanden. Ein Rücktritt Thiams zu einem früheren Zeitpunkt wäre falsch gewesen, sagte Rohner, denn die Untersuchungen der CS hätten gezeigt, dass er von den Überwachungen nichts wusste.

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Verschiedene Aktionäre hatten sich im Vorfeld für den Verbleib Thiams an der CS-Spitze ausgesprochen. Die Wiederwahl an der nächsten Generalversammlung ist Rohner deshalb nicht gewiss. Er schliesst nicht aus, dass ihm der Rücktritt Thiams selbst zum Verhängnis werden könnte. Es sei das Recht jedes Aktionärs, sein Stimmrecht so auszuüben, wie er möchte, sagte Rohner gegenüber Radio SRF. «Das ist so in der Aktionärsdemokratie und das begrüsse ich ausdrücklich».

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