Ticketgeschäft

Nach gescheiterter Fusion mit Ticketcorner: TX Group verkauft Starticket nach England

Wird ausländisch: Die Zürcher TX Group, welche unter anderem den «Tages-Anzeiger» herausgibt, verkauft den Ticketanbieter Starticket nach England.

Wird ausländisch: Die Zürcher TX Group, welche unter anderem den «Tages-Anzeiger» herausgibt, verkauft den Ticketanbieter Starticket nach England.

Die Zürcher TX Group trennt sich vom Ticketgeschäft: Die britische See Tickets übernimmt Starticket. Den Versuch, die Firma mit Konkurrent Ticketcorner zu fusionieren, untersagte zuvor die Wettbewerbskommission.

Starticket, einer der zwei grossen Schweizer Ticketvermarkter, hat einen neuen Besitzer. Die in Zürich beheimatete TX Group verkauft laut Mitteilung vom Donnerstag ihr Billetgeschäft an See Tickets. Dieses britische Unternehmen gilt als einer der führenden Anbieter im globalen Ticketingbetrieb. Es ist Teil der Vivendi Group – dem grössten, an der Pariser Börse gehandelten französischen Medienkonzern. Mit der Akquisition verkauft See Tickets laut TX Group künftig jährlich fast 30 Millionen Tickets von rund 10’000 Show- und Event-Veranstaltern in neun Europäischen Ländern und den USA.

«Teil eines international führenden Ticketing-Dienstleisters»

«Durch die Integration in See Tickets wird Starticket Teil eines international führenden Ticketing-Dienstleisters», begründet Samuel Hügli, Leiter Technologie und Ventures bei TX Group, in einer Mitteilung den Verkauf. See Tickets verfüge über modernste Technologie und über ein riesiges Netzwerk mit zahlreichen wertvollen Partnerschaften.

«Ich freue mich sehr, das Unternehmen Starticket und sein erfahrenes Team in unserer Gruppe zu begrüssen», lässt sich See-Ticket-Chef Rob Wilmshurst in der Mitteilung zitieren. «Wir bewundern Starticket schon seit langem als herausragendes, unabhängiges Ticketing-Unternehmen.» Er wolle mit dem Starticket-Team die Qualität und die Dienstleistungen für die Schweizer Kunden und Veranstaltungspartner weiterentwickeln.

2013 war das Zürcher Medien- und Technologieunternehmen Tamedia mit einer Beteiligung von 75 Prozent beim zweitgrössten Ticketvermarkter der Schweiz eingestiegen. Dieses hatte der Zürcher Peter Hürlimann 2003 gegründet. Heute vertreibt Starticket in der Schweiz laut TX Group – wie sich Tamedia inzwischen nennt – jährlich 5 Millionen Eintrittskarten für 750 Veranstalter. Als erster Schweizer Ticketvermarkter führte Starticket 2011 Mobile-Tickets ein.

Weko fürchtete marktbeherrschende Stellung

Ursprünglich wollte Tamedia Starticket jedoch mit dem Schweizer Konkurrenten und Marktführer Ticketcorner – je hälftig im Besitz des Zürcher Verlagshauses Ringier und der deutschen CTS Eventim – zu einem einzigen grossen Schweizer Online-Ticketanbieter fusionieren. Doch das Vorhaben scheiterte 2017 an den Wettbewerbshütern.

Die Weko begründete ihr Veto damit, dass eine Fusion eine marktbeherrschende Stellung des neuen Unternehmens zur Folge gehabt hätte. Die CTS Eventim Gruppe ist eine in München beheimatete Firma, die an der deutschen Börse gehandelt wird. Das Unternehmen gilt in Europa als Marktführer und dominiert in Deutschland den Ticketvertrieb.

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