Wirtschaft

Leises Ende der einstigen Luxusmesse: Baselworld fällt auch nächstes Jahr aus

2019 durfte die Baselworld noch stattfinden.

2019 durfte die Baselworld noch stattfinden.

Die kommende Ausgabe der Uhrenmesse ist abgesagt. Das Nachfolgeprojekt ist in Planung.

Gemessen am einstigen Luxus und Aufwand, den die Baselworld in ihren besten Zeiten ans Rheinknie brachte, geht die berühmteste Uhrenmesse der Welt fast schon leise zu Ende. Mit einer simplen Mitteilung teilte die MCH Group am Donnerstag mit, dass sie nach der wegen Corona abgesagten Baselworld 2020 auch die Ausgabe 2021 einstellt. Allerdings aus einem etwas anderen Grund: Der Messe sind inzwischen die prominentesten Aussteller davongelaufen.

Erst ganz am Schluss der Mitteilung heisst es deutlich, dass die Baselworld, wie man sie kannte, definitiv nie mehr stattfinden wird. Dies ist nunmehr der Vollzug dessen, was Ueli Vischer, Verwaltungsrat der MCH Group, bereits gegenüber dieser Zeitung gesagt hatte.

Der Streit um 2020 wird damit abgeschlossen

Gleichzeitig beendet die MCH Group den Streit wegen der abgesagten Ausgabe 2020. Dabei ging es um die Abrechnung der Leistungen. Grosse Uhrenfirmen zeigten sich mit dem vorgeschlagenen Modus der Rückzahlung beziehungsweise Anzahlung auf die Ausgabe 2021 nicht einverstanden. Im Zuge dessen gaben mehrere der Messe bislang treu gebliebenen Marken ihren Austritt aus dem Ausstellerfeld bekannt: Patek Philippe, Rolex, Tudor, Chanel, Chopard, Hublot, Zenith und Tag Heuer werden von nun an Teil einer neuen Uhrenmesse in Genf sein.

Nun ist man sich immerhin in Bezug auf die Abrechnung der abgesagten Baselworld 2020 einig geworden: Die von der MCH Group nicht weiter ausgeführte Rückzahlungsmodalität sei vom Komitee einstimmig gutgeheissen worden und würde von weiteren Industrieverbänden gestützt. «Jetzt können wir uns ganz auf die Zukunft konzentrieren», sagte Bernd Stadlwieser, CEO der MCH Group. Was nun eben auch eine Zukunft ohne Baselworld bedeutet. Das Aus der Luxusmesse wurde in Basel bereits lautstark beklagt. Hotellerie und Gastronomie rechnen mit Millionenausfällen.

Jetzt soll es neue Formate für eine Luxusmesse geben

Die MCH Group wird das Feld der Uhren- und Luxusmessen allerdings nicht kampflos an Genf preisgeben. «Wir sind daran, mit den Ausstellern und Besuchern die Bedürfnisse und Möglichkeiten neuer Plattformen abzuklären», so Baselworld-Direktor Michel Loris-Melikoff. Bis im Sommer wolle man über mögliche Folgeformate entscheiden.

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