Wirtschaft

Landis+Gyr baut in Zug 30 Stellen ab

Der Hauptsitz von Landis+Gyr in Zug.

Der Hauptsitz von Landis+Gyr in Zug.

Auch in der Schweiz sollen im Rahmen des angekündigten Sparprogramms rund 12 Prozent der Stellen wegfallen. Die Gewerkschaft Syna kritisiert die Pläne.

(mim) Der Zuger Stromzählerhersteller Landis+Gyr plant den Abbau von rund 30 seiner aktuell knapp 250 Stellen am Standort Zug. Betroffen sind alle Bereiche des globalen Hauptsitzes sowie am Standort angesiedelte Funktionen der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Diese «Strukturoptimierung» sei Teil des am 5. August 2020 angekündigten globalen Sparprogramms, in dessen Rahmen der Abbau von rund 700 der weltweit 5'800 Mitarbeitenden geplant ist, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Die Massnahmen zielen auf eine Vereinfachung und Straffung der Organisation, mehr Kundennähe durch vereinfachte Prozesse und klare Verantwortlichkeiten sowie eine schnellere Markteinführung neuer Produkte ab, heisst es weiter. Landis+Gyr wolle hierdurch eine starke Marktposition für die Zukunft sichern und reagiere mit diesen Massnahmen auf das derzeit schwierige wirtschaftliche Umfeld, das durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich verschärft werde. Landis+Gyr erwartet, den geplanten Stellenabbau im März 2021 abzuschliessen.

«Wir sind überzeugt, dass diese Massnahmen für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung notwendig sind. Unser Ziel ist es, die Restrukturierungsinitiative zügig, fair und transparent umzusetzen, um die Zeit der Ungewissheit für unsere Mitarbeitenden so kurz wie möglich zu halten», lässt sich CEO Werner Lieberherr in der Mitteilung zitieren. Laut Lieberherr wird das Unternehmen gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung einen Sozialplan erarbeiten, «um das Programm so sozialverträglich wie möglich umzusetzen.» Das Konsultationsverfahren wurde am Dienstag eingeleitet.

Die Gewerkschaft Syna kritisiert die Pläne scharf. Für ein Grossunternehmen wie Landis+Gyr, das finanziell gesund sei und noch immer schwarze Zahlen schreibe, sei dieser Stellenabbau «schlichtweg unverständlich», heisst es in einer Mitteilung. Dass Landis+Gyr wenigstens auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet hat, sei jedoch begrüssenswert. Nun fordert die Gewerkschaft den Verwaltungsrat auf, diesen Entscheid «unbedingt zu bestätigen». Dem Ausmass der Umstrukturierung und insbesondere den speziellen Bedingungen, unter denen die Konsultation stattfinden soll, müsse Rechnung getragen werden. Deshalb fordert Syna, dass das Konsultationsverfahren gegebenenfalls verlängert wird.

Die Organisation Angestellte Schweiz erinnert derweil daran, dass dies bereits der vierte Stellenabbau seit 2007 ist. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit sei wohl insbesondere auch damit begründbar, dass die Firma «in der Vergangenheit alternative Massnahmen verschlafen hat», kritisiert Angestellte Schweiz. Die Organisation fordert von der Geschäftsleitung, auf den angekündigten Stellenabbau zu verzichten.

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