Schuldenkrise

Irland verkauft Irish Life für 1,3 Mrd. Euro an Kanadier

Euro-Noten in einer Bank (Archiv)

Euro-Noten in einer Bank (Archiv)

Irland hat den vom Staat geretteten Versicherer Irish Life an den kanadischen Konkurrenten Great-West Lifeco verkauft. Die Kanadier legten mit 1,3 Mrd. Euro genauso viel auf den Tisch wie Irland vor gut einem Jahr für die Rettung des Unternehmens aufgebracht hatte.

Irish Life war die Versicherungssparte der Bank Irish Life and Permanent, die in der Finanzkrise verstaatlicht werden musste. Der Verkauf soll nach Angaben des Finanzministeriums vom Dienstag bis Juli abgeschlossen sein und den Schuldenstand Irlands auf knapp unter 120 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken.

Im Dezember war Irland noch von gut 121 Prozent ausgegangen. Der irische Steuerzahler erhält mit der Transaktion seine Investitionen voll zurück, sagte Finanzminister Michael Noonan. Zudem sollte vor dem Geschäftsabschluss eine zusätzliche Dividende von 40 Mio. Euro fliessen.

Erst im vergangenen Monat hatte Irland ein Schuldenpaket der teilverstaatlichten Bank of Ireland abgestossen. Weitere solche Transaktionen sollen noch in diesem Jahr folgen, kündigte Noonan an.

Der einstige keltische Tiger hatte dem Finanzsektor des Landes mit insgesamt 64 Mrd. Euro unter die Arme gegriffen. Für den kanadischen Konzern Great-West Lifeco bedeutet der Zukauf eine deutliche Ausweitung seiner Geschäfte in Irland. Irish Life soll mit dem irischen Arm des Unternehmens, Canada Life, verschmolzen werden.

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