Wirtschaft

Home-Office, Reiseverbote und getrennte Teams: So reagieren Schweizer Firmen auf das Corona-Virus

Firmen können ihren Mitarbeitenden wegen des Corona-Virus Home-Office verordnen — selbst gegen deren Willen.

Firmen können ihren Mitarbeitenden wegen des Corona-Virus Home-Office verordnen — selbst gegen deren Willen.

Die Credit Suisse teilt ihre Mitarbeitenden örtlich auf, die Post verteilt Desinfektionsmittel und die Flugbegleiter der Swiss dürfen Schutzmasken tragen. Mit solchen Massnahmen zielen die Konzerne darauf ab, ihre Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Wegen des Corona-Virus setzen viele Firmen schon seit längerem spezielle Taskforces und Krisenstäbe ein, um ihre Angestellten vor Ansteckungen zu schützen und gleichzeitig den Betrieb aufrecht zu halten. In ausnahmslos allen grossen Konzernen werden Mitarbeitende über interne Kommunikationskanäle regelmässig über Entwicklungen und neue Massnahmen informiert.

Die Verantwortlichen stehen jeweils in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und empfehlen die gängigen vorbeugenden Schutz- und Vorsichtsmassnahmen. Dazu zählt etwa regelmässiges Händewaschen, in die Ellenbeugen niesen, auf Händeschütteln sowie auf nicht zwingend notwendige Reisen verzichten und von Teilnahmen an Grossveranstaltungen absehen.

Statt Sitzungen persönlich abzuhalten raten die Unternehmen ihren Mitarbeitenden auch, auf alternative Kommunikationsmöglichkeiten wie Telefon, Skype oder Microsoft Teams zurückgreifen.

Teams werden vermehrt örtlich aufgeteilt

Zusätzlich lassen immer mehr Firmen ihre Angestellten von zu Hause aus im Home-Office arbeiten. Auch die sogenannte «Split Operation» wird vermehrt geprüft. Das heisst, Angestellte mit «geschäftskritischen Funktionen» wie dem Handel oder dem Schalterbetrieb arbeiten nicht mehr alle im selben Büro.

Um dieses Modell umzusetzen kann ein Teil dieser Mitarbeitenden auch abwechslungsweise im Home-Office tätig sein. Mit solchen Massnahmen soll verhindert werden, dass das Corona-Virus ganze Bereiche innerhalb einer Firma lahmlegt.

Zum Schutz ihrer Mitarbeitenden treffen die Unternehmen folglich geeignete Schutzmassnahmen. Gleichzeitig soll aber der Geschäftsbetrieb so weit wie möglich sichergestellt und keine wirtschaftlichen Risiken eingegangen werden. Das kann zu Interessenabwägungen führen.

In dieser Übersicht sehen Sie, wie die grössten Schweizer Konzerne auf die Pandemie reagieren:

Nicht jeder Angestellte hat Anspruch auf Home-Office

Die oben aufgeführten Konzerne bieten ihren Mitarbeitenden alle die Möglichkeit, nach Absprache mit den Vorgesetzten von zu Hause aus zu arbeiten. Darauf besteht jedoch kein Recht.

Ein Arbeitnehmer ist aber verpflichtet, der Aufforderung nach Home-Office nachzugehen, solange diese Massnahme zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig und zumutbar sei, sagt Fredy Greuter vom Schweizerischen Arbeiterverband.

Geschäftsreisen kann ein Unternehmen einschränken. Ein Arbeitgeber hat aber keinen Einfluss darauf, was Arbeitnehmer in ihrer Freizeit tun. «Er kann seinem Mitarbeiter aber in Aussicht stellen, dass dieser sich nach seiner Rückkehr aus einem Hochrisikoland in Quarantäne begeben muss», sagt Greuter. Während dieser Zeit habe der Mitarbeiter aufgrund seines Selbstverschuldens auch keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

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