Gemeinschaftswährung
Welche Berühmtheiten schaffen es bis 2024 auf die neuen Euro-Noten?

Die neuen Euro-Noten sollen bürgernäher werden und auch ein Zeichen sein, dass Cash als Zahlungsmittel sobald nicht verschwinden wird.

Remo Hess, Brüssel
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Bald mit berühmten Gesichtern drauf? Euro-Geldscheine.

Bald mit berühmten Gesichtern drauf? Euro-Geldscheine.

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Rechtzeitig zum 20. Jahrestag der Einführung des Euro-Bargelds lanciert die Europäische Zentralbank (EZB) einen Ideenwettbewerb für neue Banknoten: «Nach 20 Jahren ist es an der Zeit die Gestaltung unserer Banknoten unter die Lupe zu nehmen», sagt EZB-Chefin Christine Lagarde.

Welche Sujets die Noten künftig zieren werden, ist noch nicht bekannt. Experten aus Sozial- und Naturwissenschaften, Kunst und Technologie sowie Geschichte sollen die Diskussion anstossen und die Meinungen von Bürgern und Bürgerinnen aus ganz Europa einholen. Ein definitiver Entscheid wird bis 2024 gefällt werden. Die neuen Noten sollen so gestaltet werden, dass «sich Europäerinnen und Europäer unabhängig von Alter oder Hintergrund besser mit ihnen identifizieren können», hält Lagarde fest.

Wim Duisenberg, damaliger EZB-Chef, bei der Präsentation der Euro-Noten im August 2001.

Wim Duisenberg, damaliger EZB-Chef, bei der Präsentation der Euro-Noten im August 2001.

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Wie die französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» schreibt, dürften dereinst die Gesichter berühmter europäischen Persönlichkeiten auf den Noten zu sehen sein. Wer dazugehören wird, ist freilich noch nicht klar. Auch bekannte europäische Denkmäler oder Monumente könnten auf die Noten gedruckt werden, so «Les Echos». Heute zieren die Euro-Noten reichlich unpersönliche Sujets von fiktiven Bauwerken und Fenstern.

Trotz Überlegungen für digitalen Euro: Bargeld wird nicht abgeschafft

Mit der Neuauflage des Euros will die EZB auch Vermutungen entgegentreten, wonach Bargeld als Zahlungsmittel bald abgeschafft werden könnte. EZB-Chefin Lagarde: «Euro-Banknoten werden auch in Zukunft eine Rolle spielen. Sie sind ein greifbares und sichtbares Symbol für den Zusammenhalt in Europa, insbesondere in Krisenzeiten, und die Nachfrage nach ihnen ist nach wie vor gross». Kleinere Beträge an der Ladenkasse würden in Europa noch immer am liebsten Cash bezahlt. Selbst während der Pandemie sei die Nachfrage nach Bargeld gestiegen, was an der Beliebtheit von Bargeld als Wertaufbewahrung liege. Auch wenn dereinst ein digitaler Euro eingeführt werden sollte, wolle die EZB am Bargeld als Zahlungsmittel festhalten, so Lagarde.

Bargeld: Wird als beliebtes Zahlungsmittel so schnell nicht verschwinden.

Bargeld: Wird als beliebtes Zahlungsmittel so schnell nicht verschwinden.

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Die Euro-Zone umfasst 19 EU-Staaten mit rund 342 Millionen Bürgerinnen und Bürgern und einer Wertschöpfung von 14'000 Milliarden Euro pro Jahr. Das letzte Land, das der Gemeinschaftswährung beigetreten ist, war Litauen im Jahr 2015. Als nächste zwei Länder bemühen sich Bulgarien und Kroatien um einen Beitritt. Per Oktober 2021 waren rund 27 Milliarden Euro-Geldscheine im Umlauf im Wert von über 1500 Milliarden Euro. Rund 20 bis 25 Prozent der Euro-Geldscheine befinden sich ausserhalb der Euro-Zone, vor allem in den angrenzenden Ländern.

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