Europäische Zentralbank

EZB-Leitzins bleibt, Strafzins für Banken wird schärfer und die SNB schweigt

EZB-Präsident Mario Draghi will alle Instrumente nutzen, die ihm zur Verfügung stehen.

EZB-Präsident Mario Draghi will alle Instrumente nutzen, die ihm zur Verfügung stehen.

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Die EZB hat die Strafzinsen für Banken verschärft, wenn diese überschüssiges Geld bei ihr parken.

Der sogenannte Einlagensatz sei auf minus 0,3 Prozent von bislang minus 0,2 Prozent gesetzt worden, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit.

Für Geschäftsbanken wird es damit noch teurer, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Den Leitzins für die Versorgung der Kreditinstitute mit Zentralbankgeld beliess die EZB hingegen bei 0,05 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er bereits seit September 2014.

Die Notenbank kündigte zudem an, dass EZB-Präsident Mario Draghi weitere geldpolitische Schritte am Nachmittag in Frankfurt erläutern wird. Es wird erwartet, dass die umstrittenen Anleihenkäufe dann ausgeweitet werden.

Die EZB will mit dem Programm das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die aus ihrer Sicht viel zu niedrige Inflation anheizen. Im November waren die Preise in der Euro-Zone nur um 0,1 Prozent gestiegen. Die EZB strebt aber als optimalen Wert für die Wirtschaftsentwicklung knapp zwei Prozent an.

Die Schweizerische Notenbank hält sich bedeckt

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lässt sich nach der Verschärfung der Strafzinsen für Geschäftsbanken in der Euro-Zone nicht in die Karten blicken.

Ein Sprecher der Notenbank wollte sich am Donnerstag nicht zu den Beschlüssen der EZB und zu möglichen Interventionen der SNB am Devisenmarkt äussern.

Die EZB hatte den Strafzins für Banken auf minus 0,3 von zuvor minus 0,2 Prozent verschärft. Börsianer hatten zuvor spekuliert, das könnte in der Folge die Schweizer Währungshüter auf den Plan rufen, ihre bestehenden Negativzinsen ebenfalls zu senken. Sie treffen zu ihrer nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung am kommenden Donnerstag zusammen.

Euro wird gegenüber dem Franken stärker

Nach dem Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins auf dem heutigen Niveau zu belassen und den Strafzins zu verschärfen, gewinnt der Euro gegenüber dem Schweizer Franken an Wert. Zeitweise stieg er auf bis zu 1.0876 Franken.

Unmittelbar vor dem Entscheid war der Euro zu 1.0803 Franken gehandelt worden. Dass der Euro an Wert gewinnt und nicht verliert impliziert, dass die Anleger wohl mit noch weitergehenden Massnahmen gerechnet hatten.

Auch gegenüber dem Dollar legte der Euro deutlich zu. Vor dem Entscheid war der Euro zu 1.0541 Dollar gehandelt worden. Danach stieg er auf bis zu 1.0692 Dollar.

Die EZB verschärft den Strafzins für Banken und senkt den sogenannten Einlagensatz auf minus 0,3 Prozent von bislang minus 0,2 Prozent. Für Geschäftsbanken wird es damit noch teurer, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Den Leitzins für die Versorgung der Kreditinstitute mit Zentralbankgeld belässt die EZB bei 0,05 Prozent.

Update folgt...

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