Confiserie Sprüngli
Es begann mit drei Kilo Luxemburgerli pro Tag

Das 175-jährige Zürcher Familienunternehmen produziert seit just 50 Jahren in Dietikon. Von Dietikon aus werden heute 19 Verkaufsgeschäfte beliefert, 14 davon befinden sich im Grossraum Zürich, die restlichen in Basel (2), Bern, Winterthur und Zug.

ruedi Mäder
Merken
Drucken
Teilen
Seit 54 Jahren im Sortiment: «Luxemburgerli». bettina hamilton-irvine

Seit 54 Jahren im Sortiment: «Luxemburgerli». bettina hamilton-irvine

Es begann 1836 mit einer Konditorei in der Zürcher Altstadt. Der damalige Zweimannbetrieb «David Sprüngli & Sohn» entwickelte sich innert 175 Jahren zur weit über die Schweiz hinaus bekannten Confiserie Sprüngli. Diese erwirtschaftet heute mit über 1000 Beschäftigten einen Umsatz von leicht über 100 Millionen Franken.

Die Trennung der Sprüngli-Zweige

Kurze Rückblende: Schokolade wird im Hause Sprüngli bereits seit 1845 hergestellt. 1871 wurde ebenfalls in Zürich eine neue Fabrik errichtet. Eine bedeutende Wegmarke in der Geschichte des Familienunternehmens ist mit dem Jahr 1892 verbunden: Damals wurden die beiden Konditoreien und die Produktion entflochten und in unabhängige Unternehmen überführt. Die Confiserie Sprüngli hat ihr Domizil in der Zürcher City behalten und wird heute in sechster Generation geführt. Die Lindt & Sprüngli Chocoladefabriken ihrerseits sind in Kilchberg beheimatet und seit Jahren an der Schweizer Börse kotiert.

450 Beschäftigte im Limmattal

Seit exakt 50 Jahren produziert die Confiserie Sprüngli im Limmattal: Aus verkehrstechnischen und Platzgründen wurde die Produktion im Jahr 1961 nach Dietikon verlegt. Bereits 1968 wurde das Werk ein erstes Mal umgebaut und erweitert. Bis heute folgten zwei weitere grössere Expansionsschritte: Mitte der 80er-Jahre wurde das Werk abermals ausgebaut und modernisiert – auch im Zusammenhang mit der Auslagerung eines Teils der Produktion vom Paradeplatz nach Dietikon. Im Jahr 2002 wurde die Produktionsstätte ein weiteres Mal erweitert und modernisiert. Die Confiserie Sprüngli zählt heute in Dietikon rund 450 Beschäftigte, was ungefähr 350 Vollzeitstellen entspricht. Im Produktionsbereich arbeiten fast 80 Prozent Fachkräfte, das heisst Konditoren oder Confiseure.

Von Dietikon aus werden heute 19 Verkaufsgeschäfte beliefert, 14 davon befinden sich im Grossraum Zürich, die restlichen in Basel (2), Bern, Winterthur und Zug. Sprüngli wolle das Netz der Verkaufsgeschäfte «punktuell ergänzen», erklärte Thomas Prenosil, Delegierter des Verwaltungsrats und Geschäftsführer, gegenüber der az. Spruchreif sei aber derzeit keines der Expansionsprojekte. Das Unternehmen verfolge eine «Strategie des kontrollierten Wachstums» und wolle die finanzielle Unabhängigkeit wahren.

Vergleichsweise früh – 1998 – begann das Zürcher Unternehmen, seine Spezialitäten auch online zu verkaufen. Das Gros der betreffenden Kunden stammt aus der Schweiz. Aktuell sind Deutschland, England und die USA die wichtigsten Exportmärkte. Am stärksten nachgefragt sind die «Luxembur-
gerli», die 1957 von Sprüngli eingeführt wurden – damalige Tagesproduktion: drei Kilo. Heute sind es, je nach Saison, 500 bis 800 Kilo.