Wirtschaft

Ems-Chemie kann Wachstum nicht fortsetzen: 7 Prozent weniger Umsatz

Blick auf das Werkareal der Ems-Chemie in Domat-Ems im Kanton Graubünden. (Archivbild)

Blick auf das Werkareal der Ems-Chemie in Domat-Ems im Kanton Graubünden. (Archivbild)

Die schwächelnde globale Konjunktur und Handelskonflikte drücken der EMS-Gruppe aufs Geschäft. Der Umsatz des Chemie-Konzerns lag 2019 unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis konnte er aber halten.

(gb.) Die Ems-Chemie hat am Freitag die Betriebszahlen für das Jahr 2019 veröffentlicht. Der Netto-Umsatz lag 2019 bei 2,15 Milliarden Franken, was einem Rückgang von 7,1 Prozent darstellt. 2,1 Prozent sind auf Währungseffekte zurückzuführen.

In einer Mitteilung schreibt der Konzern, dass sich die verlangsamte Weltkonjunktur und die immer wieder aufflammenden Handelskonflikte der Grossmächte auf die Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten gedrückt und zu Unsicherheiten in den globalen Lieferketten geführt hätten.

Die angespannte wirtschaftliche Lage trifft den Konzern aber nicht unvorbereitet. Bereits anfangs 2018 sind Massnahmen zur Effizienzsteigerung eingeleitet worden. Das Betriebsergebnis präsentiert sich deshalb stabil. Es lag 2019 bei 624 Millionen, was einem leichten Plus von 0,6 Prozent entspricht. Der Netto-Gewinn nahm 2019 gar um 1,8 Prozent zu und lag bei 532 Millionen Franken.

Mitarbeiter erhöhen Arbeitspensum

Um der schwächelnden Konjunktur zu trotzen hat die Ems-Gruppe gemäss ihrer Mitteilung auch ein «Beschleunigungsprogramm» eingeführt, um neue Geschäfte an Land zu ziehen. Mitarbeiter der Forschung, der Entwicklung und des Verkaufs hätten dafür ihr Arbeitspensum auf freiwilliger Basis erhöht.

Die Ems-Gruppe will ihren Aktionären eine Dividende von 20 Franken pro Aktie auszahlen. 15,60 Franken kommen aus der ordentlichen Dividendenausschüttung, 4,40 sind eine ausserordentliche Dividende. Gegenüber dem Vorjahr erhöht sich der Geldfluss für die Aktionäre damit um 25 Rappen pro Aktie gegenüber dem Vorjahr.

Keine berauschenden Aussichten

Für das laufende Jahr erwartet die Ems-Chemie eine anhaltend schwaches wirtschaftliches Umfeld. Auch das Corona-Virus dürfte für weitere Unsicherheiten sorgen, heisst es in der Mitteilung.

Die Ems-Chemie stellt Hochleistungspolymere und Spezialchemikalien her und betreibt 25 Produktionsstandorte in 16 verschiedenen Ländern. SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ist seit 2004 Chefin des Konzerns.

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