Abkühlung

Ein bisschen Wind bitte: Nachfrage nach Klima-Anlagen und Ventilatoren steigt massiv

Hilft gegen Hitzestau im Büro: der Ventilator.

Hilft gegen Hitzestau im Büro: der Ventilator.

Mit der Hitzewelle steigt auch die Sehnsucht nach ein bisschen Wind oder sonstiger Abkühlung. Viele greifen nun auf Klimaanlagen und Ventilatoren zurück.

Den Tag hindurch schwitzend am Schreibtisch sitzen und sich in der Nacht im Bett wälzen: Die Hitzewelle hat die Schweiz seit Tagen im Griff. Es dürstet einem nach Abkühlung. Abkühlung zum Beispiel durch künstlich erzeugten Wind, der einem kühle Luft entgegen wirbelt. Aufgrund der Hitzewelle sind die Verkäufe von Lüftern bei Schweizer Anbietern elektronischer Geräte stark angestiegen, wie eine Umfrage zeigt.

«Die heissen Temperaturen steigern den Verkauf von Klimageräten massiv», weiss Anita Molinaro. Die Nachfrage bei Interdiscount und Microspot sei in den letzten zehn Tagen markant angestiegen. «Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Verkaufszahl mehr als verdoppelt.» Die aktuell andauernde Hitzewelle werde dies sicherlich auch noch verstärken. Vor allem bei mehreren, aufeinanderfolgenden heissen Tagen sei der Bedarf bei den Kunden am grössten. Beliebt bei den Kunden seien vor allem Tisch- oder Standventilatoren, aber auch technisch hochwertige Marken-Klimageräte seien gefragt.

Ist es über 30 Grad heiss und es gibt drei Nächte hintereinander kein abkühlendes Gewitter, macht sich das bei melectronics bemerkbar. Hier verdreifache bis vervierfache sich der Umsatz mit Lüftern, so Mediensprecherin Lisa Asticher. Auch bei Do It + Garden kam durch den Verkauf von Klimaanlagen deutlich mehr Geld in die Kasse. «Wenn man Juli 2017 und 2018 vergleicht, hat Do It + Garden 2018 bei den Klimaanlagen bereits doppelt so viel Umsatz gemacht», rechnet Lisa Asticher nach.

Doppelt so viele Klimaanlagen verkauft

Auch bei Galaxus boomt der Verkauf von Klimaanlagen und Ventilatoren. «Im Vergleich mit dem letztjährigen Juli haben wir dieses Jahr im Juli über 30 Prozent mehr Umsatz mit Klimaanlagen und Ventilatoren gemacht», so Norina Brun, Sprecherin der Digitec Galaxus AG. Vor allem bei den Klimaanlagen sei das Wachstum stark: Hier hat das Online-Warenhaus mehr als doppelt so viele Geräte verkauft wie im Juli 2017. Bei den Ventilatoren liegt das Wachstum bei gut 20 Prozent. Die Topseller zeigen es: Der Trend geht derzeit in Richtung kompakte und mobile Geräten, die sich auch fürs Büro eignen. Besonders beliebt bei den Ventilatoren ist einer mit USB-Anschluss – also ideal für den Schreibtisch. Geduld zeigen muss derzeit, wer seine Umgebung mit der quadratischen Klimaanlage «Arctic Air» herunterkühlen möchte. Auf dieses Produkt muss man derzeit um die 2 Wochen warten – ob es dann noch so heiss ist? 

Im gleichen Mass ist das Geschäft mit der Hitze bei der Fust AG gewachsen. «Wir verkaufen mehr als das Dreifache an Ventilatoren und mobilen Klimageräten», heisst es auf Anfrage. Derzeit gebe es noch genügend Geräte am Hauptlager und in den 150 Fust-Filialen in der Schweiz. «Sollte das heisse Wetter jedoch noch länger anhalten, so kann es durchaus vorkommen, dass einzelne attraktive Modelle nicht mehr verfügbar sind», so Desirée Weishaupt. Die heissen Sommertage würden auch merklich die Nachfrage nach Glacé-Maschinen, Kühlboxen und Kleinkühlschränken steigern.

Frühzeitig einkaufen

Bezogen auf die Stückzahl hat Brack.ch diesen Sommer rund einen Drittel weniger Ventilatoren verkauft als 2017. «Wir können davon ausgehen, dass sich viele Menschen letztes Jahr schon ausreichend mit Ventilatoren eingedeckt haben und deshalb dieses Jahr nicht schon wieder neue anschaffen», schätzt Daniel Rei, Leiter Unternehmenskommunikation, die Lage ein. Da es in den letzten Wochen aber ausserordentlich heiss war, habe man trotzdem «sehr gute Umsätze erzielt.»

Im Vergleich zum Vorjahr habe man in den letzten beiden Wochen gemessen an den Stückzahlen, über 57 Prozent mehr Ventilatoren verkauft, so Rei. Im Vorjahr erreichte der Ventilatoren-Absatz Ende Juni ungeahnte Höhen. Damals war es aussergewöhnlich warm in der Schweiz.

Ein erster steiler Anstieg der Verkäufe von Ventilatoren verzeichnete Brack.ch dieses Jahr Ende Mai. Danach ging der Verkauf schwankend zurück. Seit Mitte Juli zeigt die Kurve wieder steil nach oben. 

Allerdings könne man als Händler nur dann Ventilatoren verkaufen, wenn man auch welche liefern könne, so Daniel Rei. «In den letzten Jahren war die Verfügbarkeit von Ventilatoren schweiz- und auch branchenweit häufig ein Problem, weil die Nachfrage grösser war als das Angebot.» Dieses Jahr hätte man rechtzeitig hohe Stückzahlen eingekauft und im Hauptlager in Willisau eingelagert (siehe Kasten Importe). 

Über genügend Ware verfügt auch melectronics. «Letztes Jahr wurden wir durch die frühe Hitzewelle von Juni überrascht. Dieses Jahr konnten wir besser vorausplanen, auch bei unserer Eigenproduktion.»

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