UBS-Dresscode
Die UBS hält doch nicht am rigorosen Dresscode fest

Ursprünglich wollte die UBS ihren Mitarbeitenden anhand eines 44-seitigen Manual vorschreiben, was sie (nicht) tragen und essen dürfen. Nun krebst die UBS zurück und will aus dem umfassenden Dossier ein 4-Seiten-Papier machen.

Yves Carpy
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UBS Dresscode

UBS Dresscode

Zur Verfügung gestellt

Den spleenigen «Dresscode UBS» soll es doch nicht geben. «Der Dresscode befindet sich im Stadium der Überarbeitung», sagt der Kommunikationschef der UBS Schweiz, Peter Hartmeier. «Was davon letztlich übrig bleibt, ist offen.» Intern spricht man davon, dass von der 44-seitigen Kleider-Liturgie nur ein 4-Seiten-Papier übrig bleiben soll.

«Über die UBS hat man sich lustig gemacht. Aber es hat keinerlei Reputationsschaden gegeben. Da bin ich sicher», meint UBS-Mann Hartmeier.

Es handle sich um einen administrativen Selbstläufer, der vorher nie Geschäftsleitungsniveau erreicht habe, bevor er auf dem Intranet landete und von dort in die Öffentlichkeit fand. Spätestens da wurde der Dresscode doch noch zur Chefsache.

Weltweites mediales Interesse

Kaum je zuvor hatte die UBS mit einer Meldung weltweit für so viel Aufmerksamkeit gesorgt, ihre Milliardenverluste eingeschlossen. Über den neuen «Dresscode UBS» berichtete nicht nur Finanzblätter wie «Wall Street Journal» («Dress to Impress») oder «Financial Times Deutschland» («Dresstest für Banker»).

Er war auch Thema von Talkshows im US-Fernsehen, und sogar australische Medien deckten die «zugeknöpften Schweizer» mit Häme ein, die das Image ihres angeschlagenen Bankhauses mit rigorosen Kleider-, Frisur- und Hygienevorschriften aufzuputzen versuchten.

Verschrobene Vorschriften

Zu den verschrobenen Vorschriften gehört, vor dem Parfümieren zu duschen, nur nicht auftragende, hautfarbene Unterwäsche zu tragen, zentimeter-genaue Rocksaumlängen und der zur Gesichtsform passende Kravattenknopf. Verboten sind auch schwarzer Nagellack und Knoblauchatem.

Laut Bank wären diese Vorschriften zunächst nur für die Schalterangestellten der 300 neuen Pilotfilialen in der Schweiz gedacht gewesen. Allerdings war der Roll-out für die 1500 Schweizer Angestellten im Privatkundengeschäft bereits vorgedacht. Die Vorgesetzten verpflichtete der Papiertiger, die Einhaltung des Codes zu kontrollieren.

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