Corona-Virus

Die SBB streichen mehrere Linien – auch Städte reduzieren ihr Angebot

© CH Media

Ab Donnerstag fahren die Züge in der Schweiz weniger häufig. Ganze Linien werden gestrichen. Auch der Takt von Bussen und Trams wird reduziert.

Ab Donnerstag fährt der öffentliche Verkehr wegen des Corona-Virus sein Angebot in der Schweiz «markant» herunter. Das teilen die SBB am Mittwochabend mit. In einem ersten Schritt fallen ab dann Zusatzzüge während der Hauptverkehrszeit aus. Die Nachtzüge, etwa jene der Zürcher S-Bahn am Wochenende, werden gestrichen. Internationale Züge fahren nur noch bis zur Grenze.

Am Montag, 23. März, folgt ein weiterer markanter Abbau. Konkret werden diese Linien eingestellt oder ausgedünnt:

  • IR36 Basel SBB-Brugg-Zürich HB: Fällt aus
  • IC4 Zürich HB-Schaffhausen: Fällt aus
  • IR37 fährt nur zwischen Basel SBB und Zürich, Ausfall zwischen Zürich HB und St. Gallen
  • IR75 fährt nur zwischen Luzern und Zürich HB, Ausfall zwischen Zürich HB und Konstanz
  • IC2 zwischen Zürich und Lugano: Mehrere Züge fallen aus
  • IR90 zwischen Annemasse, Genf und Vevey fährt erst ab Genf
  • S-Bahnen in der Westschweiz und im Tessin fallen zum Teil aus

Ein weiterer Abbau folgt am Donnerstag, 26. März. Ab dann fallen zusätzlich folgende Verbindungen weg:

  • IC1 Genf-Bern-Zürich HB-St. Gallen: Fällt zwischen Zürich HB und St. Gallen aus
  • IC3 Basel SBB-Zürich HB-Chur: Mehrere Züge fallen aus
  • IR16 Bern-Olten-Brugg-Zürich HB: Fällt zwischen Bern und Olten aus
  • IR17 Bern-Burgdorf-Olten: Fällt aus
  • IR75 Luzern-Zürich HB-Konstanz: Zusatzzüge zu Stosszeiten fallen aus
  • RE Olten-Luzern fällt aus

Wie die SBB schreiben, sollen die Längen der Züge wenn möglich nicht verändert werden. So könne weiterhin ein genügend grosser Abstand zwischen den Passagieren gewährleistet werden. Der neue Fahrplan gelte bis mindestens zum 26. April. Es handle sich um die grösste Fahrplanumstellung in kurzer Zeit, die es je im öffentlichen Verkehr gegeben habe. Das Grundangebot bleibe weiterhin gewährleistet, so die SBB. Auch die ersten und letzten Verbindungen des Tages fahren unverändert.

Die Massnahmen seien nötig, damit der öffentliche Verkehr so lange wie möglich mit einem reduzierten Angebot funktionieren könne. Einerseits seien die Frequenzen bereits deutlich zurückgegangen und eine weitere Reduktion sei zu erwarten. Andererseits seien bei den Transportunternehmen bereits erste Personalengpässe zu spüren. Die SBB bitten die Passagiere, vor jeder Reise den Online-Fahrplan zu konsultieren.

Die SBB weisen darauf hin, dass die Billettpflicht weiterhin gilt. Ab Donnerstag werden keine Sparbillette und Spartageskarten mehr verkauft. Falls die Verbindung eines bereits gekauften Tickets nicht mehr angeboten wird, darf die nächste Verbindung genutzt werden. Aufgrund der aussergewöhnlichen Situation erstatten die SBB auf Wunsch Einzelbillette vollumfänglich zurück, die Antwortzeiten sind derzeit aber verlängert.

Reduktion auch in den Städten

Auch die regionalen Verkehrsbetriebe fahren ihr Angebot herunter. So hat heute etwa Bernmobil, der Bus- und Trambetreiber der Stadt Bern, entsprechende Schritte angekündigt. So werden ab Samstag einzelne Buslinien verkürzt oder ganz eingestellt. Bei den meisten Verbindungen wird jedoch einfach die Häufigkeit reduziert. Insbesondere zu den Stosszeiten werden weniger Trams und Busse fahren als üblich.

Die Verkehrsbetriebe der Stadt Luzern werden ab nächsten Montag den Fahrplan reduzieren. Genaue Angaben macht das Unternehmen nicht. Die Kunden sollen sich grundsätzlich am Samstags-Fahrplan orientieren, sich jedoch zwingend online erkundigen. Zusätzliche Busse verkehren von Montag bis Freitag auf den beiden Linien, welche die Spitäler bedienen. An Sonn- und Feiertagen gelte der bestehende Sonntags-Fahrplan.

In anderen Kantonen wie etwa Basel-Stadt und Zürich sind die angepassten Fahrpläne noch nicht bekannt. In der Region Basel soll das reduzierte Angebot ab kommender Woche gelten. Der Zürcher Verkehrsverbund will bis spätestens am Freitag mitteilen, ab wann der neue Fahrplan gilt und wie er aussieht.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1