Coronavirus

Die gefühlte Bedrohung nimmt weiter ab – viele Schweizer wollen wieder Reisen

Die Hälfte derer, die verreisen wollen, planen laut der Studie eine Reise ins Ausland. Im Bild ist eine Touristin am Flughafen Zürich zu sehen.

Die Hälfte derer, die verreisen wollen, planen laut der Studie eine Reise ins Ausland. Im Bild ist eine Touristin am Flughafen Zürich zu sehen.

Die Hälfte der Leute wünscht sich bald offene Grenzen, heisst es in einer Studie.

Sowohl für den Tourismus als auch für die Konsumgüterbranche scheint sich die Lage allmählich zu entspannen. Laut einer Umfrage des Markt- und ­Sozialforschungsinstituts Link wollen viele Schweizer wieder in den Geschäften Einkaufen und Verreisen. So wünscht sich zum Beispiel die Hälfte aller Befragten eine Öffnung der ­Grenzen in weniger als einem Monat. 44 Prozent geben an, eine Reise zu ­planen, die Hälfte davon ins Ausland.

Nur ein Drittel der Befragten will nicht verreisen, 23 Prozent der Befragten sind noch unschlüssig. «Die Mehrheit derer, die Ferien planen, wollen dazu auch wieder Hotellerie oder ­Ferienwohnungen nutzen (62 Prozent)», schreibt Sabine Frenzel, ­Geschäftsbereichsleiterin Sozialforschung beim Link Institut. Camping und Zeltferien seien weniger gefragt (13 Prozent).

Das Einkaufen in Fachgeschäften halten sogar zwei Drittel der Befragten für eher wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Zu Fachgeschäften gehören beispielsweise Läden mit Haushaltswaren, Elektronik, Spielzeug oder Mode. Etwas zurückhaltender sind die Befragten beim Besuch von Restaurants und Bars. Dort hält es die Hälfte für eher oder sehr wahrscheinlich, ein Restaurant oder anderes Lokal zu besuchen.

Grosse Mehrheit rechnet mit zweiter Infektionswelle

Insgesamt lässt sich laut den Umfrageergebnissen sagen, dass die gefühlte Bedrohung durch das Coronavirus seit Ende März kontinuierlich sinkt. Weltweit schätzen 63 Prozent das Virus als hohe bis sehr hohe Bedrohung ein (-3 Prozentpunkte). In der Schweiz sind es lediglich 36 Prozent (-2 Prozentpunkte). Für sich persönlich sind es sogar bloss 15 Prozent (-1 Prozentpunkt). Am höchsten ist die gefühlte Bedrohung mit 29 Prozent im Tessin. In der Westschweiz liegt sie bei 22 Prozent, in der Deutschschweiz bei 11 Prozent.

Der Anteil derer, die mit einer zweiten Infektionswelle rechnen, nimmt ab. Eine knappe Mehrheit (56 Prozent) rechnet aber nach wie vor mit einer zweiten Infektionswelle, 93 Prozent davon erwartet, dass sie innerhalb der nächsten sechs Monate kommt. Für die Umfrage hat Link rund 1200 Personen im Alter von 15 bis 79 Jahren befragt.

Autor

Gabriela Jordan

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