Kommentar

Die Aufregung um Plastikverpackungen ist unnötig – eine Abrechnung

Gabriela Jordan

Gabriela Jordan

Plastikverpackungen sind ein kleiner Teil aller Abfälle, die in den Kehrichtverbrennungsanlagen landen. Für den Grossteil der CO2-Emissionen sind ausserdem Verkehr, Industrie und Wohnen verantwortlich.

Plastik ist ein sehr emotionales Thema. Die Migros, die wegen ihrer kunststoffverpackten Gurke einst heftig in Kritik geriet, kann davon ein Lied singen. Mit Plastik verbinden wir fossile Rohstoffe wie Erdöl und Kohle, wir verbinden damit Treibhausgase, verschmutzte Ozeane und unschöne Bilder von Schildkröten, die in Plastikverpackungen verheddert sind.

Dass Kunststoffverpackungen auf ihren Sinn überprüft und vermehrt gesammelt und rezikliert werden, ist deshalb nur richtig. Diesbezüglich ist in der Schweiz in den vergangenen Jahren viel passiert – man denke an die gebührenpflichtigen Plastiksäcke im Detailhandel oder den Trend hin zu Mehrwegverpackungen.

Die Aufregung um Plastikverpackungen ist dennoch unnötig. Erstens sind sie nur ein kleiner Teil aller Abfälle, die in den Kehrichtverbrennungsanlagen landen. Zweitens werden sie dort relativ gut energetisch verwertet und etwa in Fernwärme umgewandelt. Drittens ist Abfall für nicht einmal 2 Prozent der hiesigen CO2-Emissionen verantwortlich. Die grossen Posten sind Verkehr, Industrie und Wohnen.

Diese Verhältnisse sollten bei aller Emotionalität nicht vergessen werden. Der Umwelt hilft es beispielsweise wenig, wenn man sich mit Plastiksammeln das Gewissen reinwäscht und dann in die Ferien fliegt oder sich einen Offroader kauft. Hingegen ist Plastik in vielen Fällen durchaus sinnvoll – zum Beispiel bei der Gurke, die dadurch weniger schnell verdirbt.

Autor

Gabriela Jordan

Meistgesehen

Artboard 1