«Ich bin doch nicht Pestalozzi» - diesen Spruch bekam die Universität Harvard von Hansjörg Wyss nicht zu hören. Im Gegenteil. Der Berner Milliardär, der mit seiner ehemaligen Medizinalfirma Synthes reich wurde, zeigte sich kürzlich gegenüber der US-Elite-Hochschule besonders spendabel: Über seine private Stiftung schenkt er ihr 131 Millionen Dollar für die medizinische Forschung.

«Wenn talentierte, kreative Menschen die Freiheit erhalten, fachübergreifend zusammenzuarbeiten, gibt es nur wenige Probleme, die sie nicht lösen können», lässt sich Hansjörg Wyss in einem offiziellen Statement zitieren. In den USA berichteten Medien ausführlich über die Spende.

Auch die ETH und Uni Zürich profitierten

Die stolze Summe fliesst an das nach ihm benannte «Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering». Dieses wurde 2009 gegründet, als Wyss Harvard bereits einmal 125 Millionen Dollar zukommen liess. Insgesamt konnte die US-Uni vom Berner bisher 400 Millionen Dollar entgegennehmen, wie «Forbes» berichtet. Wyss’ gemeinnützige Stiftungen verfügen demnach über ein Vermögen von mehr als 2 Milliarden Dollar. Sein privates Vermögen wird vom Wirtschaftsmagazin auf 6 Milliarden Dollar geschätzt.

2014 spendete Wyss 120 Millionen Dollar an die Universität Zürich und die ETH Zürich für medizinische Forschung. Und vor knapp einem Jahr sorgte der 83-Jährige mit einem Beitrag in der «New York Times» für weltweites Aufsehen gesorgt: Er verpflichtete sich, in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Dollar für den Naturschutz auf der ganzen Welt zu spenden.

Zu den wichtigsten Arbeiten des Wyss-Instituts gehört ein Krebsimpfstoff, ein hochpräziser molekulardiagnostischer Sensor und ein tragbares, so genanntes «Exoskelett» für Schlaganfallpatienten in der Rehabilitation.

Der Mega-Deal 2012

Wyss studierte von 1963 bis 1965 an der Harvard Business School. Nach seinem Abschluss gründete er den Medizinproduktehersteller Synthes in Pennsylvania. Dessen Produkte helfen Patienten, sich von Skelett- und Weichteiltraumata und Verletzungen zu erholen. Wyss verkaufte seine Firma 2012 an den US-Konzern Johnson&Johnson für 20,2 Milliarden Dollar.