Coronavirus

Credit-Suisse-Monitor: Die Wirtschaft wird sich erholen, aber nur schleppend

Die Nachfrage nach Uhren beispielsweise dürfte weiterhin tief bleiben, weissagen die Ökonomen der Credit Suisse. (Symbolbild)

Die Nachfrage nach Uhren beispielsweise dürfte weiterhin tief bleiben, weissagen die Ökonomen der Credit Suisse. (Symbolbild)

Die Ökonomen der Credit Suisse zeigen sich verhalten zuversichtlich, was die Erholung der Schweizer Wirtschaft nach der Coronakrise betrifft. Auf ein erstes Aufbäumen werde aber eine schleppende Erholung folgen.

(agl) Im «Monitor Schweiz» für das zweite Quartal wagen die Credit-Suisse-Ökonomen einen vergleichsweise optimistischen Ausblick. Sie korrigieren ihre bisherige Prognose für den Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von -3,5 auf «nur» -4 Prozent, wie die Grossbank am Montag mitteilte. Zum Vergleich: Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) erwartet einen Rückgang um 5,5 Prozent, das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gar ein Minus von 6,7 Prozent.

«Wir haben weder einen massiven Anstieg der Arbeitslosenquote noch der Konkurse», begründete Claude Maurer, Leiter Konjunkturanalyse Schweiz, am Montag an einer Online-Medienkonferenz seine optimistischere Prognose zum Rückgang des BIP. Dies deute auf eine Erholung hin. Zudem sei die finanzielle Verfassung der meisten Haushalte besser, als dies der Wirtschaftseinbruch während des Lockdowns erwarten liess. Die Credit Suisse geht darum davon aus, dass der wieder aufkommende Konsum rund die Hälfte des Konsumeinbruchs wettmachen wird. Zusätzlich zum inländischen Konsum würden auch die Warenexporte insgesamt zunehmen, neben der Pharmaindustrie gehe es auch bei der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) wieder aufwärts.

Ökonomen raten von raschem Schuldenabbau ab

Nach einem ersten Aufbäumen der Schweizer Volkswirtschaft dürfe die Erholung jedoch nur schleppend weiter verlaufen. Dies rühre unter anderem daher, dass die Nachfrage nach Investitionsgütern und Uhren weiterhin tief bleiben dürfte, so Claude Maurer. Ebenso erhole sich der Arbeitsmarkt weniger schnell als er einbricht. «Die Arbeitslosigkeit wird noch länger etwas höher sein», sagt der CS-Ökonom. Damit einher geht gemäss der Credit-Suisse Analyse eine gewisse Zurückhaltung beim Konsum.

Weiter haben sich die Ökonomen mit den Auswirkungen der coronabedingten Schulden auf den Staatshaushalt befasst. Sie kommen zum Schluss, dass diese für die Schweiz mittelfristig problemlos zu verkraften seien, sofern die Finanzpolitik langfristig nachhaltig bleibe. Im internationalen Vergleich seien die Gesamtschulden nach wie vor sehr tief. Die CS-Ökonomen erachten es als ratsam, den Anstieg der Staatsschulden zu akzeptieren und keinen raschen, «potenziell wachstumshemmenden Schuldenabbau» zu erzwingen. Eine Rückkehr zu einem ausgeglichenen Budget sei erst ab dem Jahr 2022 sinnvoll.

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