Detailhandel
Coop könnte ausgelistete Produkte bald wieder ins Sortiment aufnehmen

Coop verhandelt auch mit den drei Multis, deren Produkte diese Woche aus dem Sortiment genommen wurden. Ein Durchbruch scheint nur eine Frage der Zeit.

Fabian Muster
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Coop kippte 95 Markenprodukte aus dem Sortiment (Symbolbild)

Coop kippte 95 Markenprodukte aus dem Sortiment (Symbolbild)

Keystone

Migros hat mit den teilweise gleichen Lieferanten von ausländischen Markenartikeln besser verhandelt als Coop: Der grösste Detailhändler der Schweiz gab am Dienstagabend bekannt, dass die Preise von über 500 Markenartikeln wegen der Frankenstärke um 10 bis 20 Prozent sinken. Coop schaffte den Durchbruch bei den Verhandlungen nicht und nahm als Massnahme 95 Markenartikel der drei Multis Mars (Uncle-Ben’s-Linie), L’Oréal (StudioLine-Haarstyling), Ferrero («Kinder»-Produkte) aus dem Regal.

Mit den Preissenkungen des Konkurrenten kommt Coop nun in Zugzwang: «Die Verhandlungen sind am Laufen. Es zeichnen sich erste grosse Erfolge mit den Lieferanten ab», verrät Mediensprecher Urs Meier der az. Mit den drei grossen Multis, deren Produkte ausgelistet wurden, sitzt man anscheinend ebenfalls wieder am Verhandlungstisch. «Wir werden die Produkte erneut ins Regal stellen, wenn die Produzenten die Währungsgewinne weitergeben.» Ein Durchbruch bei den Verhandlungen könnte schon heute erfolgen.

Damit hätte die Auslistung der Produkte auch einen positiven Effekt gehabt: nämlich den Druck auf die Produzenten und Lieferanten erhöht. Der Verhandlungserfolg der Migros ist zum Teil auch auf diese Schützenhilfe von Coop zurückzuführen.

Detailhändler machen Druck

Vom Verhandlungserfolg der Migros wollen nun aber auch die kleineren Detailhändler profitieren: «Wir erwarten nun von den gleichen Lieferanten, die auch die Migros beliefern, dass sie für uns ebenfalls die Preise senken», sagt Volg-Pressesprecher Reinhard Wolfensberger. Volg habe den Kontakt mit den Lieferanten nach dem Erfolg der Migros intensiviert. Die Verhandlungen verliefen vor allem mit den grossen Playern bislang sehr harzig. «Wir sind zuversichtlich, dass Volg auch bessere Einkaufspreise erhält, die wir dann sofort den Kunden weitergeben.» Eine Produkteverbannung aus dem Regal will der Kleinverteiler mit einem Gesamtsortiment von 5000 Produkten nur als letzte Massnahme prüfen.

Auch für die anderen angefragten Detailhändler ist die Verbannung von Produkten aus ihrem Sortiment kaum eine Alternative. «Markenartikel auszulisten, ist nicht konsumentenfreundlich», sagt Mediensprecherin Silvia Manser von der Spar-Supermarktkette. Man habe bisher nur einzelne Randartikel ausgelistet und mit Eigenmarken ersetzt. Sie bestätigt, dass für die Verhandlungen mit den Lieferanten auch der Druck der Medien und der Politik geholfen habe. Spar hat erst letzten Freitag 240 Eigenmarken verbilligt, die sie dank dem internationalen Spar-Netzwerk direkt im Euroraum einkauft.

Denner senkt Preise für 30 Artikel

Ebenfalls letzten Freitag hat Denner bei 50 Markenprodukten die Preise reduziert. Morgen Freitag will der Discounter erneut die Preise für 30 Markenartikel wie Barilla-Teigwaren oder Dove-Body-Creme senken. Mediensprecherin Grazia Grassi kündigt für die nächsten Wochen zudem weitere Preisnachlässe an.