Die Hürden für internationalen Handel und Investitionen, Unilateralismus, Protektionismus und Populismus nähmen zu. "Wird die wirtschaftliche Globalisierung voranschreiten oder den Rückwärtsgang einlegen?", fragte der enge Vertraute von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping.

Den andauernden Handelskrieg mit den USA erwähnte der einflussreiche Wirtschaftspolitiker in seiner Rede mit keinem Wort. Eigentlich hatte der erfahrene Krisenmanager in Davos auch mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen sollen, um über den Handelskonflikt zu sprechen. Doch hatte Trump seine Teilnahme an dem Treffen wegen des Haushaltsstreits in den USA kurzfristig abgesagt.

"Unausweichlicher Trend"

Wang Qishan beschrieb die wirtschaftliche Globalisierung als "unausweichlichen Trend". Es gebe ein enormes Potenzial, indem die Wettbewerbsvorteile einzelner Länder ausgenutzt und die wirtschaftliche Verbundenheit verbessert würden. Als Antwort auf die Herausforderungen in der Welt müssten die Länder gemeinsam und aktiv dieser Linie folgen, forderte Wang Qishan.

"Wir müssen den Kuchen grösser machen, während wir nach Wegen suchen, ihn gerechter zu verteilen", sagte Wang Qishan. "Das letzte, was wir tun sollten, wäre, den Kuchen nicht mehr zu backen und uns in sinnlose Debatten zu verwickeln, wie er verteilt werden soll." Anderen die Schuld für seine eigenen Probleme zuzuschieben, werde die Probleme nicht lösen, sagte Chinas Vizepräsident.