Anfang Juni gab die Migros-Tochter Migrolino bekannt, neue Mini-Filialen eröffnen zu wollen, die 24 Stunden geöffnet und nachts autonom funktionieren sollen (CH Media berichtete). Damals liess sich Migrolino-Chef Markus Laenzlinger allerdings noch nicht allzu sehr in die Karten blicken.

Nun gab er in der deutschen «Lebensmittelzeitung» genauere Hinweise. Darin bestätigt er erneut, dass die Shops, die in erster Linie an Bahnhöfen und Tankstellen stehen, nachts ohne Bedienung auskommen sollen. Als Vorbild gelte das amerikanische Format «Amazon Go», wo es keine Kassen mehr gibt.

Doch wie der Eintritt in den unbemannten Shop technisch geregelt werden könnte, dürfte nicht allen Kunden gefallen: Laenzlinger nennt als mögliche Lösung die Gesichtserkennung beim Betreten der Filiale. «Das Thema Altersfreigabe für Tabak und Alkohol müssen wir dabei im Griff haben. Kein Kunde, der unter 18 Jahre alt ist, darf diese Produkte einkaufen können.»

Auch Valora prüft umstrittene Technologie

Wie die technische Umsetzung genau aussieht, sagt Laenzlinger noch nicht. Als weitere Variante nennt er die Identifikation via Smartphone. Die Migrolino-Konkurrentin Avec, die zum Kioskkonzern Valora gehört, hat bereits im April einen kassenlosen Shop im Zürcher HB getestet. Der Zutritt erfolgte über eine Handy-App.

Bei der Lancierung sagte aber Valora-Chef Michael Mueller, dass auch die Gesichtserkennung geplant sei. Der Konzern will bald Kaffee- und Zigarettenautomaten testen, die das Gesicht der Kunden scannen und ihnen personalisierte Kaufempfehlungen machen. Man werde aber keine Gesichter ohne Einwilligung der Kunden analysieren und man halte den Datenschutz stets ein.