Flugzeugbau

Boeing profitiert von starker Flugzeug-Nachfrage

Die Menschen fliegen gern und viel - und dank einer hohen Auslastung der Maschinen und hoher Ticketpreise können sich die Airlines neue Jets leisten. Das wiederum kommt Hersteller Boeing zugute.

Im zweiten Quartal stieg der Boeing-Umsatz dank der guten Auftragslage um ein Prozent auf mehr als 22,0 Mrd. Dollar. Dabei konnte die Verkehrsflugzeug-Sparte das schwächere Geschäft im Rüstungs- und Raumfahrtbereich mehr als ausgleichen.

Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent auf unterm Strich annähernd 1,7 Mrd. Dollar, wie der Konzern aus Chicago am Mittwoch mitteilte.

In den Auftragsbüchern stehen mittlerweile mehr als 5200 Verkehrsjets im Rekordwert von 377 Mrd. Dollar. Alleine in diesem Jahr seien 783 Bestellungen hinzugekommen, erklärte Konzernchef Jim McNerney am Firmensitz in Chicago. Überdies hat Boeing Aufträge für Kampfjets und anderes Militärgerät sowie Raumfahrt- und Sicherheitstechnik im Wert von 63 Mrd. Dollar in seinen Büchern stehen.

Gewinnprognose angehoben

Angesichts der starken Flugzeug-Nachfrage und einer niedrigeren Steuerquote hob Boeing die Gewinnprognose für das laufende Jahr an - und das trotz zusätzlicher Entwicklungskosten für das militärische Tankflugzeug KC-46A in Höhe von 272 Mio. Dollar nach Steuern. Bei dem sogenannten Jahrhundert-Auftrag der US-Luftwaffe hatte sich Boeing nach langen Querelen gegen Airbus durchgesetzt.

Im zweiten Quartal hatte Boeing 181 Verkehrsmaschinen ausgeliefert, ein Zuwachs von sieben Prozent. Das Plus rührte vom Verkaufsschlager, dem Kurz- und Mittelstreckenjet 737, sowie vom Langstreckenflieger 787 her.

Der sogenannte "Dreamliner" hatte im vergangenen Jahr mit Batteriebränden zu kämpfen gehabt und in der Folge mit einem Flugverbot und einem Auslieferungsstopp. Nun lieferte Boeing 30 der hochmodernen Maschinen aus, fast eine Verdopplung.

Im gesamten Halbjahr lieferte Boeing 342 Maschinen aus und sieht sich auf Kurs, im Gesamtjahr die geplanten 715 bis 725 an die Kunden zu übergeben. Das dürfte Boeing den Titel des grössten Flugzeugbauers einbringen. Airbus rechnet mit 620 bis 630 Auslieferungen.

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