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BLKB-Chef: «Die Fakten sprechen für uns»

John Häfelfinger.

John Häfelfinger.

Die Kantonalbank hat im ersten Halbjahr 2019 den Gewinn gesteigert. Der Ertrag aber ist erneut gesunken.

John Häfelfinger gibt sich gelassen. «Wir lassen uns überhaupt nicht irritieren, wenn wir mal in einem Jahr ein Prozent im Plus oder im Minus sind», sagt der CEO der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB).

Eine kurzfristige Betrachtung bringe wenig. Viel wichtiger sei: Stimmt der Trend? «Und der stimmt. Alle Fakten sprechen dafür, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, der richtige ist.»

400 Millionen Neugeld, zudem auch mehr Hypotheken

Die neusten Fakten hat die Bank am Dienstag mit den Halbjahreszahlen 2019 vorgelegt. «Die Zahlen sind sehr gut», findet Häfelfinger und verweist auf den Gewinn, der mit 53,1 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht um 1,5 Prozent gesteigert werden konnte. Gleichzeitig habe das Kundenvertrauen zugenommen, was sich an dem vielen Neugeld zeige: 400 Millionen Franken im vergangenen Halbjahr. «Das haben wir als BLKB noch gar nie erreicht», sagt er.

Doch nicht alles läuft in die gewünschte Richtung: Der Geschäftsertrag ist erneut leicht gesunken, um 1,3 Prozent auf 175,5 Millionen. Damit setzt die Bank den Trend des vergangenen Jahrzehnts fort. Als Grund nennt der BLKB-Chef den Rückgang bei den Finanzanlagen. So sei der Kurs gewisser Beteiligungen gefallen. Häfelfinger nennt dies einen «Sondereffekt». Ohne diesen sind die Einnahmen aus dem operativen Geschäft gestiegen.

Hinzu kommen die anhaltend historisch tiefen Zinsen auf dem Hypothekarmarkt, der für die BLKB noch immer das zentrale Standbein bildet. «Unser Geschäftsvolumen ist zwar weiter gestiegen, die Margen im Bankengeschäft sind aber generell gesunken», erklärt Häfelfinger. Die Hypothekarausleihungen sind um 379 Millionen Franken auf 19,1 Milliarden gestiegen; mit 2 Prozent liegt das Wachstum im Bereich des Gesamtmarkts. An den tiefen Hypothekarzinsen dürfte sich so rasch auch nichts ändern.

Wenn der Ertrag sinkt, müssen andererseits die Kosten im Griff behalten werden. Diese aber sind gestiegen. Der Geschäftsaufwand hat im ersten Halbjahr 2019 auf 88,7 Millionen zugenommen, sowohl der Personal- als auch der Sachaufwand legte zu. Häfelfinger will sich auch davon nicht verunsichern lassen. Das sei vor allem eine Konsequenz der Investitionen der vergangenen Jahre. Erneut ist von einem Sondereffekt die Rede.

«Ansonsten stehen wir bei der Kostenentwicklung im Vergleich zu allen anderen sehr gut da.» Die Bank habe Massnahmen für Kostensenkungen im Sachaufwand lanciert, die im vierten Quartal greifen. Die BLKB zählt mit einem Verhältnis von Kosten zu Ertrag von 50 Prozent noch immer zu den effizientesten Schweizer Banken.

Grünen-Landrat übt heftige Kritik an der BLKB

Das bewahrt die BLKB nicht vor Kritik. In der Landratsdebatte zum Geschäftsbericht 2018 kritisierte Grünen-Fraktionschef Klaus Kirchmayr, dass die Betriebskosten jährlich stiegen, während das Angebot für die Kunden kontinuierlich abgebaut werde. Die Bank sorge mit Schalterschliessungen für Irritationen in der Bevölkerung. Gleichzeitig bleibe sie wirtschaftlich seit Jahren unter den Erwartungen.

«Die Debatte im Landrat gehört zur freien Meinungsäusserung», sagt Häfelfinger. Dass letztlich die grosse Mehrheit den Geschäftsbericht abgesegnet hat, sei für die BLKB aber eine Bestätigung. «Wir nehmen die Kritik als Motivation, deutlicher auf unsere Leistungen hinzuweisen. Da waren wir in der Vergangenheit etwas zurückhaltend.» Die Zahlen würden für die Bank sprechen, betont er wiederholt. «Das ist ein Fakt.» (dba, haj)

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