Stellen-Inserate
Betrüger-Bande zockt Schweizer Jobsuchende ab

Deutsche Betrüger schalten hier Anzeigen für angebliche Handwerker-Jobs im Ausland. Nachdem die Opfer Geld fürs Flugticket leisteten, verschwinden die Gauner auf Nimmerwiedersehen. Seit Jahren gehen diese Herren ihrem besonderen «Geschäft» nach.

Christian Bütikofer
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Fiese Abzocke mit Arbeitslosen
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 In den pompösen Pacific Plaza Towers in Taguig City soll die Firma JobCentralAsia residieren. Völliger Blödsinn, wie sich herausstellt.
 Bereits 2007 missbrauchte die Betrüger-Bande den guten Namen der «Hanns Seidel Foundation» und ging auf Arbeitslosenfang.
 Das aktuelle Stelleninserat. Für Hereingefallene gibts nur eins: sofort bei der nächsten Polizeistelle Anzeige erstatten.
 Mit diesem Inserat war man in der Schweiz vor einem Jahr auf Opfersuche. Damals täuschten die Betrüger vor, die renommierte Firma J.A.O. Builders and Development Corp. stecke dahinter.
 Mit solchen Fotos der angeblichen «Wohnungen» versuchen die Gauner ihre Opfer einzuseifen.
 Auch hier: Eine der angeblichen Wohnungen für die Arbeiter.
 Mit dem Logo und der Website von JobCentralAsia geht die Bande heute auf Abzocktour.
 Auch Virtual Tourist hat mit dem Jobangebot nichts zu tun.

Fiese Abzocke mit Arbeitslosen

Zur Verfügung gestellt

Ein netter Herr namens «Manfred Kaiser» hat momentan in der Schweiz tolle Stellen für Handwerker im Angebot: Für sein «expandierendes Unternehmen» sucht er «ab sofort oder nach Vereinbarung» ganz viele Angestellte. Ob Bauzeichner, Lagerleiter, Chefkoch, Polier, Maurer oder Schlosser, Herr «Kaiser» sucht sie alle.

«Kaiser» hat auch Zückerchen auf Lager: Seine Jobs auf den Philippinen oder Thailand seien überdurchschnittlich entlöhnt und langfristig ausgelegt. Interessierte sollen auf 0063 928 332 19 16 anrufen, eine Email auf jobcentralasia.ph@gmail.com schreiben oder sich auf www.jobcentralasia.com schlau machen.

Vorschussbetrug via Western Union

Damit die Interessierten möglichst schnell in Asien arbeiten können, müssen sie schnellstmöglich die Hälfte des Flugticket-Preises auf ein anonymes Konto bei Western Union überweisen - meist geht's dabei um über 800 Franken. Zahlen die Interessenten diesen «Vorschuss», hören sie danach nie wieder etwas vom angeblichen Jobanbieter. Ihr Geld sind sie für immer los.

«Manfred Kaiser» ist ein Pseudonym einer deutschen Betrügerbande aus den Philippinen, die seit Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit jeweils leicht abgeänderten Inseraten auf Opfersuche geht. Diesmal spiegeln die Gauner vor, im Namen der Firma «JobCentralAsia» zu agieren. Eine Nachfrage dort zeigt, dass die Betreiber des Portals nichts mit den Jobangeboten in der Schweiz zu tun haben.

Bekannte Firmen werden systematisch missbraucht

Für die angebliche Abwicklung des Flugticket-«Versandes» missbrauchen die Kriminellen wieder eine bekannte Firma und deren Logo: die «Virtual Tourist». Doch auch hier: alles Bluff, die Firma hat mit den Abzockern nichts zu tun.

«Manfred Kaiser» trat in der Vergangenheit auch als «Alfons Braun» oder «Hans Seidel» auf. Immer wurden echte Firmennamen benutzt, als E-Mail-Adressen jedoch konsequent Gratisdienste wie Gmail oder Hotmail. Bereits 2007 veröffentlichte die deutsche Botschaft in Manila eine Warnung.

Die Gauner mögen sich nicht zu hart anstrengen - als «General Manager» bei den Pseudovertragsabschlüssen nutzen sie jeweils konsequent den Namen «J.R. Espinosa».

Bei der Aargauer Kantonspolizei sind laut Bernhard Graser vereinzelt Anfragen verunsicherter Jobsucher eingegangen. Anzeigen blieben bisher aus. Ein Fehler. Denn nur bei genügend Anzeigen wird die Polizei auf die Herren in Asien aufmerksam und koordiniert ihre Ermittlungen mit anderen Polizeistellen.

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