Benzin

Benzinpreise sinken deutlich

Zum Ferienbeginn entwickeln sich die Treibstoffpreise ungewöhnlich.

Benzin und Diesel

Zum Ferienbeginn entwickeln sich die Treibstoffpreise ungewöhnlich.

Um bis zu 10 Rappen hat sich das Benzin in den letzten Wochen verbilligt. Eine ungewöhnliche Entwicklung: Oftmals steigen die Preise zu Beginn der Ferienzeit.

Hans-Peter Hoeren

Gute Nachrichten hat Erich Schwizer für Urlauber und Daheimgebliebene: «Fast jedes Jahr wird Treibstoff zu Beginn der Ferienzeit teurer. Dieses Jahr gehen die Benzinpreise runter», sagt der Projektleiter des Touring Clubs der Schweiz (TCS). Er arbeitet in der Abteilung Umwelt und Technik mit Sitz in Emmen. Dort führt man täglich Buch über die aktuellen Entwicklungen der Benzinpreise.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Um 10 Rappen haben sich Bleifrei 95 und 98 im Schnitt seit 20. Juni verbilligt, die Preise für Diesel sind in dem Zeitraum um 4 Rappen zurückgegangen. Schwizers Tipp an alle Reisende lautet deshalb: «In der Schweiz sollte man den Tank nochmals vollmachen, weil das Benzin hier günstiger ist als im benachbarten Ausland.»

Diesel sei hingegen in Frankreich und Österreich günstiger. Weitere Abschläge beim Benzinpreis hält Rolf Hartl, Geschäftsführer der Schweizerischen Erdölvereinigung, für möglich, schränkt jedoch ein: «Im Moment sieht es eher nach einer Stabilisierung aus.»

Diesel zum Teil billiger als Benzin

Die Schweizer Benzinpreise hingen nicht von den seit Ende Juni zwischenzeitlich um bis zu 20 Prozent zurückgegangenen Rohölpreisen ab, sondern von den Benzinpreisen am Rotterdamer Spotmarkt. «Bei den internationalen Benzinnotierungen war der Anstieg in den Monaten vor Juli stärker als bei Rohöl, Dieselöl und Heizöl», erklärt Rolf Hartl. Dies werde jetzt korrigiert. Die Folge: Der Preis an der Zapfsäule für Diesel ist wieder unter jenen von Bleifrei 98 gefallen.

Die geringe Bewegung bei den Heizöl- und Dieselpreisen in den letzten Monaten ist für Rolf Hartl ein Abbild der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung. «Mitteldistillate wie Heizöl und Dieselöl» würden in der Schweiz vor allem im Transportgewerbe und in der Bauwirtschaft eingesetzt, ausserhalb Europas auch für die Stromerzeugung, sagt er. Da die Nachfrage verhalten sei, sei auch die Preisentwicklung relativ träge verlaufen. In der Schweiz entfallen nur bis zu 15 Prozent des Dieselverbrauchs auf Personenkraftwagen.

Heizöl-Rallye befürchtet

Doch auch wenn die Heizölpreise derzeit nur geringfügig schwanken, lohnt es sich laut Hartl, schon jetzt über eine Auffüllung des Tanks nachzudenken. «Die aktuellen Preise sind relativ günstig. Ausserdem wird die CO2-Abgabe auf Heizöl und Erdgas am 1. Januar kommenden Jahres verdreifacht.» Die Sockelbelastung für Heizöl klettere damit von Fr. 3.20 pro 100 Liter auf fast 10 Franken (inklusive Mehrwertsteuer).

Dazu Rolf Hartl: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass deshalb vor allem gegen Jahresende eine Heizöl-Kaufrallye ausgelöst werden könnte.» Viele Verbraucher würden wohl noch einmal ihren Tank auffüllen wollen, um möglichst lange der höheren CO2-Abgabe auszuweichen. Dies könnte die Heizölpreise wieder in die Höhe treiben.

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