Banken

Bei spanischen Grossbanken drohen Massenentlassungen

Bankangestellte in Madrid machen ihrem Ärger Luft

Bankangestellte in Madrid machen ihrem Ärger Luft

Entsetzen bei spanischen Bankangestellten: In mehreren Grossstädten gingen sie am Mittwoch zu hunderten auf die Strasse. Grund: Die beiden grössten Banken Spaniens hatten mit Gewerkschaftsvertretern über die Entlassung von tausenden Angestellten verhandelt.

Innerhalb der nächsten fünf Jahren sei mit der Streichung von 20'000 Stellen zu rechnen, erklärte die Gewerkschaft UGT, die zu den Protesten aufgerufen hatte. Seit 2008 seien bereits mehr als 30'000 Stellen vernichtet worden.

"Wir sind keine Bankiers, wir sind Arbeiter", schrien hunderte von Bankangestellten vor dem Gebäude der Zentralbank in Madrid. Demonstrationen gab es auch in Barcelona, Valencia, Avila und Segovia.

An den Protesten beteiligten sich vor allem Angestellte der verstaatlichten Bankia, der viertgrössten Bank in Spanien. Dort sollen bis 2015 rund 6000 von derzeit gut 20'000 Stellen gestrichen werden.

Strengere Kontrollen angekündigt

Die spanische Zentralbank kündigte am Mittwoch an, den krisengeschüttelten Bankensektor strenger überwachen zu wollen. Im Einklang mit den Empfehlungen der europäischen Partnerländer sollen permanente Inspektoren in 16 Banken installiert werden.

Auf diese Weise könnten weitere Kreditinstitute besser beaufsichtigt werden, teilte die Zentralbank mit. Die beiden Grossbanken Santander und BBVA haben bereits dauerhafte Aufseher.

Für die maroden Banken hat Spanien bei seinen Euro-Partnern milliardenschwere Hilfen beantragt. Spaniens Banken haben so viele faule Kredite in ihren Büchern wie noch nie.

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