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Abbau von 23 Filialen und 50 Stellen: Valiant lanciert Sparprogramm mitten in Expansionsphase

Die Regionalbank will in ihrem Stammgebiet, zu dem auch die Zentralschweiz gehört, 23 Filialen schliessen und rund 50 Stellen einsparen.

Gregory Remez
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Valiant-Filiale an der Pilatusstrasse in Luzern.

Valiant-Filiale an der Pilatusstrasse in Luzern.

Bild: Nadia Schärli (10. Februar 2021 )

Die Valiant Bank will ihre Rentabilität verbessern. Dafür werden im Stammlande, dem Bernbiet, dem Aargau sowie der Zentralschweiz, bis Ende 2023 insgesamt 23 Filialen geschlossen, wie die Bank mit Holdingsitz in Luzern im Zuge der Jahresergebnispräsentation am Donnerstag mitteilte. Dadurch sollen rund 50 Vollzeitstellen eingespart werden.

Um welche Filialen es sich konkret handelt, wollte die Bank auf Anfrage nicht mitteilen. Stattdessen will Valiant am Freitagnachmittag eine Liste mit den betroffenen Standorten veröffentlichen. «Es ist uns wichtig, die betroffenen Mitarbeitenden und Standortgemeinden persönlich und vor der Publikation der zu schliessenden Geschäftsstellen zu informieren», sagte ein Sprecher. Geplant sei, Filialen zu schliessen, die geografisch nahe beieinanderliegen.

Das Sparprogramm fällt mitten in eine Expansionsphase der Bank. Valiant hatte im Herbst 2019 angekündigt, die «Präsenz vom Genfer- bis zum Bodensee» ausbauen zu wollen, um so die eigene Ertragskraft zu steigern. Die Expansionsstrategie, die die Schaffung von 170 neuen Vollzeitstellen vorsieht und nebst der Nordwestschweiz, der Romandie und der Ostschweiz vor allem die Region Zürich betrifft, war auf fünf Jahre ausgelegt.

Expansion in neue Gebiete geht weiter

Mit der geografischen Expansion komme man nun aber «rascher voran als erwartet», teilte die Bank am Donnerstag mit. Deshalb könne man bereits den nächsten Schritt in Angriff nehmen: ein neues «Programm zur Erhöhung der Rentabilität». Sprich: die Schliessung der 23 Filialen im Stammlande. Die Expansionsregionen Ostschweiz und Zürich sowie die Expansionsstandorte in der Westschweiz sind denn auch nicht vom Sparprogramm betroffen.

Am Aufbau der 170 Stellen, davon rund 140 in der Kundenberatung, will die Bank im Zuge der Expansion festhalten. Unter dem Strich nehme die Zahl der Vollzeitstellen wegen des Sparprogramms aber weniger zu als erwartet, so der Sprecher. Den Abbau der 50 Stellen wolle Valiant über natürliche Fluktuation erreichen. «Beide Effekte zusammengerechnet ergeben zwischen 2020 und 2024 einen geplanten Aufbau der Vollzeitstellen von insgesamt 120.»

Die geplanten Schritte sollen bereits im laufenden Jahr erste Einsparungen und ab 2024 tiefere Kosten von jährlich 12 bis 15 Millionen Franken bringen. Dabei rechnet die Bank mit einer Erhöhung der Rendite auf dem Eigenkapital von rund 0,5 Prozentpunkten.

Das Sparprogramm beeinflusst über dafür vorgenommene Rückstellungen in Höhe von 12,9 Millionen Franken auch die Jahresbilanz 2021. So ging der Geschäftserfolg als Mass für das operative Ergebnis um 2,1 Prozent auf 144 Millionen Franken zurück. Unter dem Strich resultierte dennoch ein leichter Gewinnanstieg um 1 Prozent auf 123,1 Millionen Franken, da die Bank in allen wichtigen Geschäftsbereichen zulegen konnte. Die Aktionäre sollen nun eine unveränderte Dividende von fünf Franken je Aktie erhalten. Für 2022 rechnet das Management mit einer stabilen Geschäftsentwicklung. Der Gewinn soll leicht über dem Vorjahr zu liegen kommen.

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