Wirtschaft

75 Prozent weniger Prämieneinnahmen: AXA spürte 2019 den Strategiewechsel im BVG-Geschäft

Die AXA zog sich Anfang 2019 aus dem BVG-Geschäft mit den Vollversicherungen zurück.

Die AXA zog sich Anfang 2019 aus dem BVG-Geschäft mit den Vollversicherungen zurück.

Das Versicherungsunternehmen AXA ist Anfang 2019 aus dem BVG-Geschäft mit der Vollversicherung ausgestiegen und setzt neu auf teilautonome Sammelstiftungen. Das schlägt sich in den Geschäftszahlen nieder.

(agl) Die Prämieneinnahmen nahmen im letzten Jahr um 75 Prozent auf 1,7 Milliarden ab, wie AXA am Donnerstag mitteilte. Die Kunden wechselten entweder in die neuen teilautonomen Angebote oder zur Konkurrenz. Gemäss den neu veröffentlichten Zahlen verzeichnete Axa Ende 2018 noch 405'236 aktiv Versicherte im BVG-Geschäft, Ende 2019 waren es noch 332’363.

Weil auch die Kapitalanlagen an die Stiftungen übertragen wurden, gingen die Kapitalerträge 2019 deutlich zurück, von 1,3 Milliarden auf 761 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis reduzierte sich von 191 auf 127 Millionen.

Langfristige Verzinsung von 2 Prozent

«Die positive Resonanz am Markt bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass der Wechsel in die Teilautonomie der einzig richtige Schritt war», lässt sich derweil Thomas Gerber, Leiter Vorsorge der AXA Schweiz, in der Mitteilung zitieren. 2019 habe AXA rund 600 Millionen Franken mehr Zins ausschütten können, als mit der Vollversicherung möglich gewesen wäre. Die Altersguthaben der Versicherten seien deshalb 2019 mit durchschnittlich rund 3,5 Prozent verzinst worden. Langfristig geht AXA von einer durchschnittlichen Verzinsung von 2 Prozent aus.

Im ersten Quartal 2020 verzeichnete AXA einen Wachstumsschub bei den Neukunden. Die Anzahl neu Versicherter lag bei knapp 35'000, im Vorjahr waren es in der gleichen Zeitspanne gut 6400 Neukunden. Das verwaltete Altersguthaben in den Stiftungen stieg damit um 9 Prozent an.

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Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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