Export

2017 mehr Käse ins Ausland verkauft: Welche Marken haben zugelegt, welche verloren?

Während die bekannten Marken Federn lassen mussten, konnten kleinere Käseproduzenten mehr ins Ausland exportieren.

Während die bekannten Marken Federn lassen mussten, konnten kleinere Käseproduzenten mehr ins Ausland exportieren.

Die Grossen verlieren, die Kleinen profitieren: So kann man das Käseexportjahr 2017 der Schweiz zusammenfassen. Gesamthaft haben die Schweizer Käseproduzenten mehr Käse ins Ausland verkauft. Doch die grossen Marken mussten Federn lassen.

Appenzeller verlor 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Emmentaler AOP fast 8 Prozent, Sbrinz AOP gleich 16,8. Ganz düster sieht es für Tilsiter aus: Um fast ein Drittel brachen die Exporte ein.

Bei all den Verlierern gibt es einige Gewinner: Regionale Käsespezialitäten stiegen in der Gunst der Kunden im Ausland, schreibt Switzerland Cheese Marketing in einer Medienmitteilung. Daneben konnte etwa auch Raclettekäse oder Tête de Moine zulegen. Weil zudem die Preise etwas gestiegen sind, machte die Schweizer Käseindustrie im Export 3,9 Prozent mehr Umsatz.

Skandinavien als neuer Markt

Vor allem die Erschliessung neuer Märkte etwa in Schweden und Finnland hätten das Plus ausgemacht, sagt Martin Spahr von Switzerland Cheese Marketing. «In Skandinavien gibt es bereits eine Käsekultur, darum ist es einfacher, dort einzusteigen», sagt Spahr. Ganz im Gegenteil zum asiatischen Raum. «In China hat niemand auf Schweizer Käse gewartet.

Dementsprechend höhere Investitionen müssen die Produzenten tätigen, um dort überhaupt auf den Tellern zu landen.» Die kleinen, regionalen Spezialitäten würden von den Marketingbemühungen der Grossen profitieren, sagt Spahr. Gerade Gruyère tut sich dieser Tage mit einer Marketingkampagne im internationalen Langlauf hervor. Eine Sportart, die vor allem auch in Skandinavien sehr beliebt ist.

Eine andere Entwicklung dürfte den Schweizer Käseproduzenten weniger gefallen: So wurden im Jahr 2017 über 4 Prozent mehr Käse in die Schweiz importiert als vor einem Jahr. Vor allem Frischkäse und günstiger Käse für die Nahrungsmittelindustrie und das Gastgewerbe sei mehr importiert worden, heisst es in der Mitteilung. «Beim Frischkäse wird vor allem nach Marke eingekauft, weniger nach Herkunft», erklärt Spahr auf Anfrage. Und die bekannten Marken wie Cantadou oder Philadelphia kommen nun mal nicht aus der Schweiz.

Noch verkaufen Schweizer Produzenten rund 10 000 Tonnen mehr Käse ins Ausland, als importiert werden. Und der Preis für Schweizer Käse ist viel höher als für die Importware. Der Wert der 71 000 Tonnen Käse, die im vorigen Jahr exportiert wurden, liegt um rund 230 Millionen Franken höher als der Wert der 61 000 Tonnen Importkäse.

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